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Krisengipfel bleibt ohne Ergebnisse – DAX steigt trotzdem
- 15.12.2008
Gestern trafen im Kanzleramt 32 wichtige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und aus den Gewerkschaften zusammen, um Gespräche um den runden Tisch zu führen. Ergebnisse hat das Treffen keine wirklichen gebracht, Beschlüsse wurden auch nicht gefasst. Nur zwei wichtige Punkte gibt es deshalb zu vermerken: Kanzlerin Merkel gab den Teilnehmern noch zwei Aufträge, man kann es fast Hausaufgaben nennen, mit auf den Weg. Und von den Vertretern der DAX-notierten Konzerne kam der Vorschlag, eine Selbstverpflichtung einzugehen, im Jahr 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen vorzunehmen. Den ersten Auftrag in den Worten Steinbrücks, der sich nach dem Ende des Krisentreffens zusammen mit Wirtschaftsminister Glos ein Statement vor der Presse abgab: „Was können wir mit Blick auf die Finanzmärkte tun, insbesondere auch, um den Interbankenverkehr in Deutschland weiter in Gang zu bekommen, den Pfandbriefmarkt wieder zu reaktivieren sowie dazu beizutragen, dass es nicht zu Kreditklemmen kommt, weder für die großen Unternehmen, noch für die kleinen und mittleren Unternehmen?“
Maßnahmen für den Arbeitsmarkt
Der zweite Auftrag der Kanzlerin an die Teilnehmer des Krisentreffens befasst sich mit den Maßnahmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen. Angesichts der Finanzwirtschaftskrise wird diesem Punkt besondere Bedeutung zugemessen. Der Vorschlag der DAX-Konzerne, hier eine Selbstverpflichtung einzugehen, trifft ganz sicher der Kanzlerin Geschmack und den ihrer in dieser Hinsicht wichtigen Minister Glos und Scholz. Interessant ist hierbei zu sehen, dass Arbeitsminister Olaf Scholz zwar gestern Abend bei der Talkshow von Anne Will auftrat, aber sonst in diesen Tagen eher blass und unscheinbar, wenn nicht gar fast unsichtbar bleibt. Ob er von Kanzlerin Merkel zurückgehalten wird, oder einfach nicht die Größe hat, von selbst den Mund aufzumachen und in diesen Tagen der Krise Klartext zu reden?
DAX steigt am Montagmorgen
Auch wenn der gestrige Krisengipfel keine Beschlüsse gebracht hat, und alles nun auf den 5. Januar des nächsten Jahres warten muss, so freut sich doch der DAX an diesem Montagvormittag. Gleich zum Handelsbeginn stieg der wichtigste deutsche Aktienindex um 1,4 Prozent auf 4728 Punkte. Später ging es dann noch einmal ein paar Punkte höher auf 4.773 Punkte. Im Moment liegt der DAX bei 4.720,43 Punkten, was einem Plus von 1,22 Prozent gegenüber dem Börsenschluss vom Freitag vergangener Woche entspricht. Wenn schon keine Beschlüsse gefasst wurden, welche den DAX hätten antreiben können, so sind sich die Börsianer wohl einig darüber, dass die Versuche der US-Regierung, die drei großen Unternehmen der Autoindustrie, Chrysler, General Motors und Ford doch noch zu retten, dem DAX einen Schub versetzt hat Derzeit werden übrigens von den Behörden die Bücher der drei Autobauer gründlich durchgesehen, um zu prüfen, wo genau der Finanzbedarf der Autohersteller quer hängt und wo wirklich Hilfe benötigt wird.
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