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Der Datenskandal bei der LBB zieht Konsequenzen nach sich
- 15.12.2008
Hingegen erster Beteuerungen der LBB (Landesbank Berlin), es sei aufgrund des Datendiebstahls mehrerer tausend Kreditkartendaten nicht zu Problemen bei den Kundenkonten gekommen, stellen sich nun leider andere Fakten dar. So sollen nun von mehreren, durch den Datendiebstahl betroffenen Kreditkartenkonten bis zu 5.000 Euro abgebucht worden sein, illegal natürlich. Bei allen so nicht von den Kunden angeordneten Abbuchungen liefen die Abrechnungen für die Kreditkarten über den Finanzdienstleister AtosWorldline. Die Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“, der am Freitag die Daten von einem Unbekannten zugespielt worden waren, erhält inzwischen Kundenschreiben aus dem ganzen Land, in dem es um die unerlaubte Abbuchung von Geldern der betroffenen Kreditkartenabrechnungen geht.
Das Problem: Die Auslagerung von „empfindlichen“ Kundendaten
Was Experten des Datenschutzes nicht verstehen können, ist die Tatsache, wieso die LBB so empfindliche Kundendaten überhaupt an einen externen Dienstleister ausgelagert hat. Die Abrechnung für die betroffenen Kreditkarten wird nicht bei der Landesbank Berlin selbst vorgenommen, sondern von AtosWorldline, einem Finanzdienstleister. Auf dem Transport dorthin durch einen Kurier sollen die Daten der Kunden abhanden gekommen sein. Wie dies überhaupt möglich war und aufgrund der Aufklärung der weiteren Tathintergründe wurde nun in Frankfurt am Main eine Sonderermittlungsgruppe der Polizei gegründet. Die mehr als zehn involvierten Beamten sollen dem Datendiebstahl jetzt auf die Spur kommen und das Wie, Warum und vor allem das Wer auch ermitteln. Doch nicht nur die Polizei ist inzwischen den Tätern auf den Fersen, sondern auch die Politik ruft inzwischen nach Erklärungen. So fordert Justizministerin Zypries eine "lückenlose" Klärung der ganzen Angelegenheit.
LBB und AtosWorldline geben Datenmissbrauch angeblich zu
Die "Frankfurter Rundschau" berichtet, dass die Landesbank Berlin und auch der Dienstleister AtosWorldline, der die Kreditkartenabrechnungen für die LBB tätigt, nun zugegeben haben, dass es zu einem Missbrauch von Kreditkartendaten und unerlaubten Abbuchungen kam. Briefe, die der „FR“ angeblich vorliegen würden, enthalten Benachrichtigungen an Kunden, die von den missbräuchlichen Abbuchungen betroffen sein sollen. Bei den Betroffenen handelt es sich laut der „Frankfurter Rundschau“ um folgende Kreditkarten: Die ADAC Gold Mobile Doppel-Karte, die Amazon-Visa-Karte und die Amazon-Karte, die von der LBB ausgegeben wird. Erste Meldungen der Nachrichtenagentur AFP, dass auch Amazon-Webmiles-Kreditkarten davon betroffen sein sollen, wurden inzwischen widerrufen, da eine solche Karte gar nicht von der Landesbank Berlin ausgegeben wird.
Wie geht es nun weiter mit dem Datenschutz?
Die vielen Skandale in diesem Jahr, allen voran die Millionen Kunden- und Bankdaten, die inzwischen in Deutschland rege gehandelt werden und auch die Spitzelaffäre bei der Telekom zeigen, dass es dringend neuer Richtlinien im Bereich des Datenschutzes bedarf. Nachdem nun auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auf den Plan tritt, könnte tatsächlich bald etwas geschehen. Schließlich sind die Daten von Bürgern unseres Landes in Gefahr. Der Datenskandal bei der LBB setzt diesem Jahr der Datenskandale die Krone auf und wird möglicherweise eine Wende im Datenschutz Deutschlands bewirken, zu hoffen wäre es für uns alle.
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