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Durchgefallen – Rettungspaket für US-Autobauer nun doch gescheitert

Von der Redaktion - 12.12.2008

Der US-Kongress hatte am Mittwoch dieser Woche nach vielem Ringen und vielen Verhandlungen im Vorfeld doch ja gesagt zu dem Rettungspaket. Dieses sollte für Chrysler, Ford und General Motors sein in der Hauptsache, da diese derzeit am meisten Probleme mit der gegenwärtigen Lage auf dem Automarkt haben. General Motors hatte bereits gewarnt, dass in wenigen Wochen die Zahlungsunfähigkeit da wäre, gäbe es nicht noch in diesem Jahr eine staatliche Hilfe seitens der US-Regierung. Was der US-Kongress mit 237 gegen 170 Stimmen noch befürwortet hat, und was seit Wochen im Kreuzfeuer der Kritik stand (unter anderem von der Seite des diesjährigen Nobelpreisträgers für Wirtschaft, Paul Krugman), ist beim US-Senat nun durchgefallen. Wie bereits die erste Fassung des Rettungspakets für die Finanzwirtschaft, so ist nun auch das Hilfspaket für die US-amerikanischen Autobauer gescheitert. Vergleichbar ist der Senat übrigens mit unserem Bundesrat, der auch in vielen Gesetzesfragen maßgebend ist. Für das Rettungspaket für die Autoindustrie waren 60 Ja-Stimmen benötigt worden, erhalten hat das Paket jedoch nur 52 Ja-Stimmen. 35 Senatoren stimmten gegen das Paket, vornehmlich lehnten Senatoren, der Republikanischen Partei das Paket ab.

Wie wird es nun weitergehen mit den Autobauern in den USA?

"Wir sind zutiefst enttäuscht, dass heute im Senat trotz beidseitiger Bemühungen keine Einigung gefunden werden konnte", sagte Tony Cervone, der Sprecher von GM (General Motors) zur für die Autoindustrie in den USA völlig misslungenen Abstimmung. Indes hat das "Wall Street Journal" inzwischen berichtet, dass General Motors bereits vor Wochen Insolvenzberater und Insolvenzanwälte engagiert habe. Die Zukunft ist nun alles andere als gewiss, nachdem bereits das ursprünglich von den Autobauern gewünschte Paket von 34 auf 14 Milliarden US Dollar gestutzt worden war, und nun aber ganz durchfiel. Dieses Jahr wird auf jeden Fall nicht mehr an einer Umänderung des Rettungsprogramms gearbeitet werden, soviel ist inzwischen sicher. Die Autoindustrie in den USA steht also möglicherweise vor genau dem Fiasko, das Paul Krugman vor wenigen Tagen vorausgesehen hat.

Auch Gefahr für die deutsche Autoindustrie?

Wer über den großen Teich schaut und die Probleme der US-Autoindustrie sieht, dem könnte es angst werden um die Autobauer im eigenen Land. Hierbei muss jedoch klar differenziert, also unterschieden werden. Die Autoindustrien in den USA und bei uns sind schon immer ganz unterschiedliche Wege gegangen und haben auch jeweils immer anders auf Krisen reagiert. Während die deutschen Autohersteller gleich bei Beginn der Krise des Automarktes die Produktion gedrosselt haben, haben Chrysler, Ford und Co. immer fleißig weiterproduziert, für die Halde, und blieben auf den Fahrzeugen sitzen. Gerade angesichts der zeitweise so horrend hohen Spritkosten wollten die US-Amerikaner keine Spritschlucker mehr, wie sie all die Jahre das Statussymbol der USA gewesen waren, sondern spritsparende Autos. Und die konnten ihnen die eigenen Autobauer kaum bieten, wohl aber viele aus Deutschland und Asien. Aber GM und Co. produzierten weiter, die Kosten für die Produktion liefen weiter wie gewohnt weiter, aber es wurden wesentlich weniger Fahrzeuge verkauft. Die ganze Krise ist in den USA also eine hausgemachte Sache, die nun auch, um eine Wettbewerbsverzerrung auf dem globalen Automarkt zu verhindern, auch von den Autobauern selbst durchgestanden werden müsste.


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