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US-Medienkonzern bankrott - Deutsche Bank muss für Tribune-Pleite bezahlen
- 09.12.2008
In diesen Tagen liest man viel von wirtschaftlichen Problemen und Pleiten in den USA. Die meisten davon überlesen wir inzwischen, weil das Land über den großen Teich erstens weit weg ist und wir zweitens immer noch sauer sind, weil die US-amerikanische Finanzwirtschaft und das fehlende Eingreifen der US-Regierung zu rechten Zeit die weltweite Finanzkrise ausgelöst haben. Nun könnte aber der Untergang des US-Medienkonzern „Tribune“ uns plötzlich auch hier interessieren.Der Konzern, der Zeitungen und Fernsehen unter seinem Dach vereint, unter anderem die auch über die Grenzen der USA hinaus bekannte "Los Angeles Times" (nicht zu verwechseln mit der „New York Times“!), hat Insolvenz angemeldet nach Chapter 11 der amerikanischen Gesetzgebung. Und dies bedeutet, auch die Deutsche Bank wird unter den Folgen der Pleite der „Tribune“ leiden müssen. Denn:Es wurden Kredite in der Höhe von über 572 Millionen Euro an den Medienkonzern vergeben, die nun wohl ohne Rückzahlung bleiben werden. Die Deutsche Bank, bis jetzt immer noch recht gut durch die Krise gekommen, und auch bis dato den Gang unter den Rettungsschirm SoFFin verweigernd, kommt nun in arge Bedrängnis. Eine halbe Milliarde Euro ist in den heutigen Tagen der Finanzwirtschaftskrise nicht mal mehr eben so zu verschmerzen, anders als in den Zeiten, in denen viele Millionen noch als „Peanuts“ bezeichnet wurde, als Nüsse ohne viel Wert.Heute sieht das ganz anders aus, auch und gerade bei der Deutschen Bank. Gestern Abend nun hat der Medienkonzern mit den neun Zeitungen und den mehr als 20 TV-Stationen unter seinem Dach Insolvenz angemeldet. Die gewährten Kredite werden damit den Bach runtergehen, wie der Medienkonzern wohl selbst. Die ganze „Tribune“ wird wohl verkauft werden, so wie es jetzt schon aussieht, dennoch wird es wohl zu massiven Einschnitten kommen, nicht nur bei der Zahl der Mitarbeiter, derzeit um die 20.000.Auch die Kreditgeber werden unter der Pleite sehr zu leiden haben. Denn ob ein neuer Eigentümer die Altlasten des Medienkonzerns übernimmt, scheint mehr als fraglich zu sein. Die Deutsche Bank ist dabei nicht das einzige betroffene Kreditinstitut. Morgan Chase hat Kredite in Höhe von umgerechnet um die 811 Millionen Euro in den US-Medienkonzern gepumpt, die Investmentfirma Angelo Gordon & Co. LP hat um die 324,5 Millionen US Dollar in das Himmelfahrtskommando gesteckt. Doch es gibt noch weitere Kreditgeber, Kohlberg Kravis Roberts’s KKR Financial, Davidson Kempner Capital Management und Highland Capital Management, allesamt Unternehmen der Private Equity.Inzwischen gab übrigens die renommierte „New York Times“ bekannt, auf den neuen Unternehmenssitz in Manhattan eine Hypothek aufgenommen zu haben, in der Höhe von 225 Millionen US Dollar. Dies soll der Prävention, also der Vorbeugung gegen eine mögliche Liquiditätskrise in Folge der Finanzwirtschaftskrise dienen. Ob die Deutsche Bank auch hier einen Kredit gewährt hat, ist bis jetzt nicht bekannt.
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