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Riester Rente alles andere als das Gelbe vom Ei? – Inzwischen massenweise Vertragskündigungen
- 08.12.2008
Das Thema Riester Rente ist eines, das bereits vor der Einführung der selbigen immer wieder zu erhitzen Gemütern und zu viel Kritik geführt hat. So lehnten viele ab, was andere dafür zu 100 Prozent befürworten. Eingeführt im Jahre 2001, in Folge der Reformierung der Rentenversicherung in den Jahren 2000 und 2001, wurde die Riester Rente oft zum Anlass von Beschuss aus allen Richtungen. Auf der anderen Seite kam es bis einschließlich September dieses Jahres zu insgesamt 11.973.000 Vertragsabschlüssen der privaten Altersvorsorge, die staatlich gefördert wird.
Nahezu eine Million Riester Verträge gekündigt
Nun wurde jedoch bekannt, dass bis Ende des Jahres 2007 950.000 Verträge über die Riester Rente wieder gekündigt worden waren. Laut der „BILD“ könnten es sogar noch mehr aufgelöste Riester Verträge geben, da bis dato Fondssparpläne und Banksparpläne noch gar nicht in diese Zahl eingeflossen ist. Die Gründe für die Kündigungen können vielschichtig sein, vielen ist jedoch wohl eine Unzufriedenheit über diese Art der privaten Altersvorsorge gemeinsam.
Doch wieso den Vertrag kündigen?
Wer mit seinem Riester Vertrag nicht mehr einverstanden ist, sollte sich dennoch gegen eine Kündigung des Vertrags entscheiden und den bestehenden lieber beitragsfrei weiterlaufen lassen. Denn: Die staatliche Förderung wird im Falle einer Kündigung wieder in den Staatssäckel zurückgezahlt, die Kosten für den Vertrag muss man aber dennoch zahlen. So erhält man im Falle einer Kündigung weniger Geld zurück, als man eigentlich eingezahlt hat.
Kritik auch von den Grünen
"Die Finanzaufsicht muss endlich Ansprechpartner für die Probleme der Bürger mit Banken und Versicherungen werden. Gerade bei den Riester-Renten muss die Aufsicht viel genauer hinschauen, ob sich ein Vertrag überhaupt lohnt", sagte die Finanzexpertin der Grünen, Christine Scheel, und fordert eine strengere Kontrolle der Riester Verträge. Zwar sind die Vertragsvorgaben für alle gleich, um überhaupt eine Zertifizierung zur Riester Rente zu erhalten, dennoch sind die Kosten immer noch sehr unterschiedlich und fressen in manchen Fällen die komplette Förderungssumme, die aus dem staatlichen Topf von Zulagen kommt, aus.Aber weshalb dann doch Riester Rente?Es war nicht einfach nur eine fixe Idee, die der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester da hatte, nach dem die gleichnamige private Altersvorsorge benannt ist. Grund für diesen Teil der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung war auch das Bewusstsein der Bundesregierung, dass die staatliche Rente irgendwann nicht mehr ausreichen würde, um den Lebensunterhalt der Rentner zu sichern. Deshalb wurde ein neues Modell geschaffen: Die Riester Rente. Hier kann jeder, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, der mit einem gesetzlichen Rentenversicherten verheiratet ist oder auch, wer erwerbslos ist, in eine private Altersvorsorge einzahlen. Dies dient der zusätzlichen Versorgung im Alter, wenn die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr ausreicht.
Die Vorteile der Riester Rente
Die private Altersvorsorge mittels der Riester Rente hat gleich mehrere Vorteile, die bei der ganzen Kritik nicht vergessen werden dürfen. Zum einen ist dies die staatliche Förderung, die in diesem Jahr 154,- Euro je Sparer beträgt (dazu kommen Zulagen für vorhandene Kinder), wenn man 4 Prozent seines Bruttoverdienstes von 2007 einzahlt – oder bei Erwerbslosen der Mindestbeitrag von 60,- Euro für das ganze Jahr. Zudem ist die Riester Rente nicht pfändbar, das heißt, vorhandene Gläubiger können nicht an dieses Geld gelangen, ebenso wenig darf die Agentur für Arbeit das Geld, das in einem Riester Vertrag angelegt ist, anrechnen auf das Arbeitslosengeld II. Nach der Einführung von Wohn-Riester kann, und dies ist noch ein Vorteil, ein Teil des Kapitals auch für den Bau oder Kauf von einer eigenen Immobilie verwendet werden, was die ganze Sache Riester Rente noch interessanter macht. Man sollte sich also nicht von den Kritiken irritieren lassen, sondern eher sehen, was einem diese Art der privaten Altersvorsorge selbst bringt. Wer übrigens noch rechtzeitig vor Ende des Jahres einen Vertrag abschließt und seine entsprechende Jahreseinzahlung vor dem 31.12. macht (muss dann auf dem Konto der Versicherung eingegangen sein!), der kann sogar noch die volle staatliche Förderung für dieses Jahr geltend machen.
Zulagenanträge nicht vergessen!
Damit der Sparer in einem Riester Vertrag auch zu der staatlichen Förderung kommt, ist es wichtig, den Zulagenantrag zu stellen. Für das Jahr 2006 ist es nun höchste Zeit, der Antrag muss noch bis Ende dieses Jahres bei dem Anbieter der Riester Rente sein, bei der man unter Vertrag ist, sonst ist das Geld weg. Leider vergessen viele Riester Sparer, ihre Zulagenanträge zu stellen, was verschenktes Geld ist. Wer sich hier unsicher ist, der kann bei der Versicherung oder der Bank nachfragen, bei welcher der Riester Vertrag abgeschlossen wurde. Inzwischen gibt es übrigens auch Dauerzulagenanträge. Dabei muss nur ein Mal ein solcher Antrag gestellt werden, dann hat man so lange Ruhe davor (und muss vor allem nicht mehr daran denken!), bis eine Änderung der persönlichen Umstände eintritt – zum Beispiel Wegfall der Kinderzulage.
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