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Altkanzler Schmidt ist gegen Mindestlöhne, nennt aber keine Alternativen
- 08.12.2008
Ein Freund der Arbeiter schien er, der Altkanzler Helmut Schmidt, nie wirklich gewesen zu sein. Eher in der Mitte oder noch weiter weg von der sozialen Ader der SPD, steht er auch heute noch weit weg von den Forderungen des aktuellen Parteivorsitzenden, Franz Müntefering.
„Mehr Beweglichkeit“ ist von Nöten
Helmut Schmidt ist gegen die Einführung von Mindestlöhnen in unserem Land. Seiner Ansicht nach könnten zu geringe Mindestlöhne zu einer Art freiwilliger Arbeitslosigkeit führen, zu hohe Mindestlöhne wiederum zu der Zunahme von Schwarzarbeit und der vermehrten Verlagerung von Arbeitsplätzen in Länder mit niedrigerem Lohnniveau. Dennoch ist er für „mehr Beweglichkeit“ für auf dem deutschen Arbeitsmarkt, der seiner Aussage nach "sehr festgezurrt" ist.
Müntefering denkt anders
Im Gegensatz zu Helmut Schmidt ist der aktuelle Parteivorsitzende für Mindestlöhne in allen Branchen. Wie hoch diese liegen sollten, darüber gibt er jedoch seit dem Jahr 2006 keine klare Aussage von ihm. Inzwischen eingeführt ist jedoch bereits ein Mindestlohn für Gebäudereiniger und für Briefdienstleister.
Werden weitere Mindestlöhne folgen?
Angesichts der immer noch grassierenden Finanzwirtschaftskrise gilt es jedoch fast als unwahrscheinlich, dass in der nächsten Zeit Mindestlöhne für weitere Berufsgruppen eingeführt werden können. Viel wichtiger ist nun der Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze, damit es zu keinem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Folge der Krise kommen wird.
Mindestlöhne in der Zeitarbeit?
„Es gibt zwar unterschiedliche Tarifverträge, aber es gibt kein Lohndumping in der Zeitarbeit“, so Kanzlerin Merkel im Sommer zum Thema Mindestlöhne in der Zeitarbeit. Die zum Teil sehr unterschiedliche Entlohnung für die Branche, die mit der Leiharbeit jedes Jahr sehr viel Geld umsetzt, scheint kein Maßstab für sie zu sein. Dass nun gerade in der Zeitarbeit möglicherweise hunderttausende als Leiharbeiter Beschäftigte ihre Arbeit verlieren werden, zeigt jedoch dringenden Handlungsbedarf in dieser Branche. Mittelfristig ist auch hier ein Nachdenken erforderlich über Mindestlöhne und gleiche Vertragsgestaltungen.
Pro und Contra Mindestlöhne
Das Thema Mindestlöhne ist keines, das sich einfach so abhaken lässt, und bei dem es nur ein Schwarz oder ein Weiß gibt. Im Endeffekt haben sowohl Altkanzler Schmidt als auch Kanzlerin Merkel und der Parteivorsitzende der SPD, Franz Müntefering Recht. In all diesen Meinungen steckt ein Funken Wahrheit. Tatsache ist, dass es entweder in allen Branchen zu einem Mindestlohn kommen müsste oder in keiner, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, egal, welche Meinung, ob Pro oder Contra, man nun denn vertritt.
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