Risikolebensversicherung Tipps

Hier erhalten Sie Tipps zur Risikolebensversicherung sowie Antworten auf Fragen, die der Redaktion der Arbeitsgemeinschaft Finanzen von unseren Lesern gestellt wurden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Risiko – und Kapitallebensversicherung?
Bei einer Risikolebensversicherung steht die finanzielle Absicherung der Familie im Vordergrund. Es geht darum, Ehepartner und Kinder finanziell freizusetzen, wenn der berufstätige Elternteil verstirbt. Anders als bei einer Kapital-Lebensversicherung wird hier kein Vermögen angespart. Daher erfolgt nach Ablauf der Vertragsdauer in der Regel auch keine Auszahlung.

Die vereinbarte Versicherungssumme kommt nur im Todesfall der versicherten Person zur Auszahlung und wird an die Hinterbliebenen bzw. an den oder die Begünstigten überwiesen, die im Versicherungsschein genannt sind.

Preiswerter als durch eine Risikolebensversicherung können Sie Ihre Familie nicht gegen die finanziellen Risiken eines Todesfalls absichern. Um zusätzlich auch Vorsorge für den Ruhestand zu treffen, haben Sie Gelegenheit, eine separate Kapital- oder Rentenversicherung abschliessen, bzw. auch eine investmentorientierte Anlageform zu wählen.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der Risikolebensversicherung sein?
Generell hängt der jeweilige Versorgungsbedarf von den individuellen Lebensumständen ab. Experten empfehlen bei der Höhe der Versicherungssumme das drei- bis fünffache des Brutto-Jahreseinkommens.

Sollten aber Tilgungsverpflichtungen aus Hypothekendarlehen oder anderen Krediten hinzukommen, dann ist der Versorgungsbedarf bei weitem höher.

Beispiel: Eine Versicherungssumme von 150.000 €, die über 15 Jahre angelegt wird und sich mit 4 % pro Jahr verzinst, reicht für eine Monatsrente von rund 1.100 €.

Wer aus einem Immobilienkauf heraus Tilgungsverpflichtungen einer Hypothek mit einer Risikolebensversicherung absichern möchte, kann die Summe exakt an die im Laufe der Zeit geringer werdende Restschuld angepassen. Speziell dafür gibt es Verträge mit fallender Versicherungsumme. Dadurch veringern sich auch die Beitragskosten.

Gibt es zusätzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit bei der Risikolebensversicherung?
Eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung gehört nicht zur Grundausstattung einer Risikolebensversicherung, ist aber eine ideale Ergänzung und kann daher in unterschiedlicher Ausführung dazugebucht werden.

Sie haben dadurch den Vorteil, dass im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht nur die Beitragszahlung bis zum Vertragsende sichergestellt ist, sondern darüber hinaus kann auch die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente vereinbart werden. Die Risikolebensversicherung bietet Ihnen je nach Variante zusätzlichen Schutz gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit.

Durch die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten können Sie Ihre Familie umfangreich gegen verschiedene Lebensrisiken absichern.

Ist eine Dynamik bei der Risikolebenversicherung sinnvoll?
Beim Abschluss einer Risikolebensversicherung sollte immer auch beachtet werden, dass sich im Laufe der Zeit die persönlichen Lebensumstände verändern. Steigende Einkünfte und sich verändernde Familiensituationen erhöhen den Versorgungsbedarf. Außerdem dürfen Sie die Teuerungsrate nicht ausser Acht lassen.

Die steigenden Ansprüche können Sie durch die Vereinbarung einer Dynamik berücksichtigen.

Beim Einschluss der Dynamikoption erhalten Sie eine jährliche Anpassung von Leistung und Beitrag. Es gibt verschiedene Alternativen in der Gestaltung und sie können sich zwischen einer prozentual gleichbleibenden Erhöhung oder einer an die Inflationsrate angepasste Dynamisierung entscheiden.

Sollte die Anpassung zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgen, dann haben Sie die Möglichkeit, auch für zwölf Monate zu pausieren, ohne dabei den Schutz vor der Inflation zu verlieren.

Wann erfolgt eine Gesundheitsprüfung bei der Risikolebensversicherung?
Alle Lebensversicherer prüfen vor Vertragsabschluss die gesundheitlichen Verhältnisse ihres neuen Kunden. Normalerweise geschieht das durch die im Antrag schriftlich gestellten Gesundheitsfragen, die vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten sind.

Zusätzliche Untersuchungen oder Bescheinigungen sind nur in bestimmten Fällen, wie beispielsweise

  • bei Versicherungssummen über 300.000 €
  • bei bestehenden Vorerkrankungen

erforderlich. Sollte der Versicherer eine Untersuchung anordnen, dann erfolgt diese bei einem Arzt Ihrer Wahl.

Höheres Risiko bedeutet auch höhere Beiträge. So bezahlen beispielsweise Raucher mehr, genauso wie Menschen mit Übergewicht oder schlechten Blutwerten. Bei Zustandekommen eines Vertrages übernehmen einige Gesellschaften die Kosten der Gesundheitsprüfung.

Was bedeutet die Nachversicherungsgarantie in der Risikolebensversicherung?
Im Rahmen einer Nachversicherungsgarantie können Sie Ihren Versicherungsschutz an veränderte Lebensumstände und den damit gestiegenen Versorgungsbedarf anpassen.

Auf Grund bestimmter Ereignisse wird die Versicherungssumme auf Antrag erhöht. Das Besondere: Diese Erhöhung erfolgt ohne eine erneute Gesundheitsprüfung. Der Vorteil: Die Erhöhung erfolgt auch dann, wenn sich die gesundheitlichen Verhältnisse des Versicherten verschlechtert haben.

Zu folgenden Ereignissen können Sie von Ihrer Nachversicherungsgarantie Gebrauch machen:

  • bei Eintritt ins Berufsleben;
  • bei Heirat oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft;
  • bei Geburt oder Adoption eines Kindes;
  • bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit;
  • bei Kauf oder Baubeginn einer eigengenutzten Immobilie.

Bei manchen Versicherern ist auch eine dauerhafte Gehaltserhöhung ein Grund, der im Rahmen der Nachversicherungsgarantie zählt, um den Versicherungsschutz anzupassen.

Gehört die Risikolebensversicherung zum Zugewinnausgleich?
Ob eine Lebensversicherung beim Zugewinnausgleich im Falle einer Scheidung berücksichtigt werden muss, ist davon abhängig, ob Rückkaufswerte vorhanden sind. Ein Rückkauf ist in jedem Fall in eine Vermögensbilanz einzustellen.

Im Gegensatz zu einer kapitalbildenden Versicherung, die letztlich auch dem Vermögensaufbau dient, steht bei der Risikolebensversicherung der reine Absicherungsgedanke im Vordergrund. Es werden in der Regel keinerlei Rückkaufswerte gebildet. Daher muss eine Risikoversicherung nicht beim Zugewinnausgleich berücksichtigt werden. Eine Auszahlung erfolgt nur im Todesfall.

Sind Beiträge zur Risikolebensversicherung steuerlich absetzbar?
Der Gesetzgeber fördert die Eigenvorsorge. Daher können auch die Beiträge zu einer Risikolebensversicherung bei der steuerlichen Veranlagung im Rahmen der geltenden Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden.

Der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen beläuft sich für Arbeitnehmer auf 1.900 €. Zu beachten ist, dass neben den Beiträgen zur Risikolebensversicherung auch die Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Haftpflichtversicherung berücksichtigt werden.

Selbständige können höhere Beiträge geltend machen, da sie für ihre Beitragskosten in voller Höhe selbst aufkommen müssen, während bei Angestellten der Arbeitgeber die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge trägt.

Beiträge zur Risikolebensversicherung sind, wie bei allen personenbezogenen Versicherungen, von der Versicherungssteuer befreit.

Wann kann ich die Risikolebensversicherung kündigen?
Grunsätzlich ist jede Risikolebensversicherung nach Ablauf der Mindestversicherungszeit kündbar. Die Mindestversicherungszeit beträgt normalerweise zwölf Monate, denn laut Versicherungsbedingungen hat der Versicherer Anspruch auf einen Jahresbeitrag. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit können Sie Ihre Risikolebensversicherung grundsätzlich zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat (4 Wochen).

Eine Besonderheit gibt es bei unterjähriger Beitragszahlung. Wenn Sie Ihre Beiträge monatlich,vierteljährlich oder halbjährlich bezahlen, dann ist die Kündigung der Risikolebensversicherung zum nächsten Beitragszahlungsabschnitt möglich. Auch in diesem Fall gilt wieder eine Kündigungsfrist von einem Monat.

Eine Kündigung bedarf der Schriftform und kann nur vom Versicherungsnehmer ausgesprochen werden.

Statt einer Restschuldversicherung eine Risikolebensversicherung abschliessen?
Bei einer so genannten Restschuldversicherung handelt es sich streng genommen um eine Risikolebensversicherung, deren Versicherungssumme im Laufe der Vertragsdauer fällt. Durch die Zahlung der Kreditraten, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzen verringert sich die Darlehenshöhe.

Der Vorteil einer Risikolebensversicherung mit fallender Todesfallsumme ist der geringere Beitrag.

Grundsätzlich muss die Art der Risikoversicherung auf Ihren Bedarf abgestellt werden und hier müssen Sie besonders sorgfältig überlegen, welche Absicherung Sie und Ihre Familie benötigen.

In der Wahl der richtigen Versicherungssumme Ihrer Risikolebensversicherung sollten alle Schulden- und Einkommensrisiken berücksichtigt sein. Nur dann ist sichergestellt, dass Ihre Familie richtig abgesichert ist.

Wie errechnet sich der Beitrag einer Risikolebensversicherung?
Die Höhe des Beitrages einer Risikolebensversicherung ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Dazu zählen objektive Risiken wie beispielsweise

  • das Alter des Versicherten,
  • seine oder ihre gesundheitlichen Verhältnisse,
  • die Höhe der Versicherungssumme,
  • die Laufzeit des Vertrags,
  • eventuelle Zusatzversicherungen.

Neben den objektiven Risiken gibt es auch subjektive Kriterien, die sich auf die Beitragshöhe auswirken. Dazu zählt zum Beispiel, ob ein Kredit oder Darlehen abgesichert werden soll oder ob der Versicherte einem riskanten Beruf oder Hobby nachgeht.

Zusätzlich zum Risikobeitrag kommt jetzt noch der Kostenfaktor hinzu. Damit sind die Abschluss- und Verwaltungskosten gemeint.

Kann ich vorübergehend den Beitrag zur Risikolebensversicherung aussetzen?
Wenn Sie in finanzielle Schwierigkeiten kommen sollten und nicht mehr in der Lage sind, die Beiträge Ihrer Risikolebensversicherung zu bezahlen, sollten Sie frühzeitig Ihren Versicherer informieren. Er wird Ihnen dann vorschlagen, Ihren Vertrag beitragsfrei zu stellen. Dadurch können Sie Ihren wertvollen Versicherungsschutz zum größten Teil aufrechterhalten.

Der Versicherer berechnet in diesem Fall unter Berücksichtigung der bis dahin angesammelten Überschussanteile und der eingezahlten Beiträge eine neue, niedrigere Versicherungssumme. Die Beitragszahlung entfällt.

Die Beitragsfreistellung ist in jedem Fall die bessere Alternative zur Kündigung, denn Sie erhalten sich und Ihrer Familie einen Großteil der gewünschten Absicherung.

Wie profitiere ich von den Überschüssen meiner Risikolebensversicherung?
Obwohl es sich um eine reine Risikoversicherung handelt, gelingt es dem Versicherer, durch vorsichtige Kalkulation auch bei der Risikolebensversicherung Überschüsse zu erwirtschaften. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Überschüsse zum größten Teil an den Versicherungskunden weitergegeben werden müssen.

Die Überschussbeteiligung bei der Risikolebensversicherung erfolgt entweder durch Beitragsverrechnung, die zu einem geringeren Beitrag (Nettobeitrag) führt oder durch einen Todesfallbonus, der die Auszahlung im Versicherungsfall entsprechend erhöht.

Da die Überschussbeteiligung nicht garantiert werden darf, kann das Geschäftsergebnis des Versicherers sich auf die jeweils gewählte Überschussbeteiligung auswirken. Bei negativem Ergebnis führt das zu einer Beitragserhöhung bis maximal zum so genannten Bruttobeitrag, oder zur Reduzierung der Versicherungssumme um den Todesfallbonus.

Welcher Unterschied besteht zwischen Brutto- und Nettobeiträgen?
In der Risikolebenversicherung stößt man auf die beiden Begriffe Bruttobeitrag und Nettobeitrag. Während es sich bei dem Bruttobeitrag um die Basiskalkulation der Versicherungsmathematik handelt, ist der Nettobeitrag der um die erwirtschafteten Überschüsse bereinigte Beitrag, der vom Versicherungsnehmer zu bezahlen ist.

Obwohl die Kalkulation keine Überschüsse einrechnet, entstehen sie durch die vorsichtige Berechnung der Versicherungsunternehmen. Das bedeutet, dass deutlich weniger Versicherungskunden während der Vertragslaufzeit sterben, als die Wahrscheinlichkeit annimmt. Die so entstehenden Überschüsse werden größtenteils an Sie als Versicherungskunden weitergegeben. Das führt zu einem günstigeren Beitrag.

Was versteht man unter Umtausch/Umwandlung einer Risikolebensversicherung?
In der Risikolebensversicherung besteht das Recht auf Umwandlung innerhalb der ersten zehn Versicherungsjahre. Man spricht vom so genannten Umtauschrecht. Danach können Sie Ihre Risikoversicherung in eine kapitalbildende Lebensversicherung umwandeln und profitieren von Ihrem günstigen Eintrittsalter und der bereits bei Abschluss erfolgten Gesundheitsprüfung.

Der Vorteil dabei ist, dass Sie auch bei einer Verschlechterung Ihrer gesundheitlichen Verhältnisse den Vertrag mit einem Vermögensaufbau koppeln können.

Wer allerdings gleichzeitig auch die Todesfallsumme erhöhen möchte, der kann das nur mit einer erneuten Risikoprüfung beantragen.

Welche Zusatzversicherungen sind bei einer Risikolebensversicherung möglich?
Sie können den Leistungsumfang Ihrer Risikolebensversicherung um zwei wesentliche Erweiterungen ergänzen. Folgende Zusatzversicherungen sind möglich:

  • Die Unfallzusatzversicherung (UZV) – bei Einschluss der so genannten UZV verdoppelt sich die Todesfallsumme, wenn der Versicherungsfall durch Unfall eintritt.
  • Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) – bei Einschluss einer BUZ stellen Sie sicher, dass die Beitragszahlung bis zum Ende der Laufzeit auch dann erfolgt, wenn Sie aufgrund von Berufsunfähigkeit keine oder nur geringe Einkünfte haben. Darüber hinaus können Sie auch die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente vereinbaren.

Was ist unter “verbundene Risikolebensversicherung” zu verstehen?
Der Begriff “verbundene Versicherung” beschreibt eine Art der Lebensversicherung, bei der nicht nur eine Person versichert ist, sondern mehrere.

Der Vorteil bei einer Risikoversicherung auf verbundene Leben liegt am vergleichweise günstigeren Beitrag gegenüber zwei oder mehr Einzelverträgen. Besonders empfehlenswert ist diese Art der Risikoversicherung für Paare, die keine Kinder haben oder für Geschäftspartner.

Verstirbt einer der Versicherten, so wird die Todesfallsumme an den oder die Überlebenden ausgezahlt. Kommen alle Versicherten gleichzeitig ums Leben, beispielsweise durch einen Verkehrsunfall, dann erhalten die Hinterbliebenen einmalig die Versicherungssumme.

Welche Varianten gibt es bei der Risikolebensversicherung?
Generell können Sie sich bei der Risikolebensversicherung zwischen drei verschiedenen Varianten entscheiden und haben dadurch die Möglichkeit, den Versicherungsschutz ganz speziell an Ihren Bedarf anzupassen:

  1. Die klassische Risikolebensversicherung hat einen gleichbleibende Todesfallsumme und setzt die Familie finanziell frei, falls dem Versicherten etwas zustößt.
  2. Die zweite Möglichkeit ist die Risikoversicherung mit fallender Todesfallsumme. Sie wird häufig gewählt, um Kredite oder Darlehen abzusichern. Man bezeichnet diese Vertragsart auch häufig als Restschuldversicherung, da durch die laufenden Kreditraten die Darlehenshöhe abnimmt und sich auch die Versicherungssumme im gleichen Maß reduziert.
  3. Die dritte Variante ist die Risikoversicherung auf verbundene Leben. Während diese Form der Risikolebensversicherung früher häufig von Ehepaaren gewählt wurde, wird sie heute auch zunehmend von Firmen genutzt, um die Geschäftspartner gegenseitig zu abzusichern.

Was ist eine Schlüsselkraftversicherung?
Erfahren Sie hier, was eine Schlüsselkraftversicherung bedeutet und wie diese gestaltet wird.

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