Hausratversicherung kündigen

Von Ralph Gönner
9.09.2013
23:01 Uhr
Wenn Sie Ihre Hausratversicherung kündigen möchten, gibt es folgende 3 Möglichkeiten:

1. Ordentliche Kündigung einer Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung kann zum Ende der Vertragslaufzeit fristgerecht gekündigt werden. Das nennt man »Ordentliche Kündigung«.

Entscheidend ist der Eingang beim Versicherer. Die Kündigung sollte schriftlich verfasst und als Einschreiben oder Fax verschickt werden. Noch besser, aber auch teurer, ist ein Einschreiben mit Rückschein.

Die Frist beträgt normalerweise drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres. Dabei muss das Versicherungsjahr nicht dem Kalenderjahr entsprechen; in ihrer Police ist der Versicherungsbeginn vermerkt.

Es sind auch kürzere Fristen möglich, daher sollten sie in ihren Versicherungsbedingungen nachlesen, welche Kündigungsfristen genau für ihren Vertrag gelten.

Fallbeispiele:

  • 1-Jahresvertrag: Wenn Ihr Vertrag eine Laufzeit von einem Jahr vorsieht, dann können Sie ihn bereits zum Ende des ersten Versicherungsjahres kündigen. Andernfalls verlängert er sich stillschweigend um ein weiteres Jahr.
  • 3-Jahresvertrag: Sieht Ihr Vertrag eine Laufzeit von drei Jahren vor, dann ist er erstmalig zum Ende des dritten Versicherungsjahres kündbar. Erfolgt keine Kündigung, verlängert er sich automatisch um ein weiteres Jahr.
  • 5-Jahresvertrag: Sollten Sie noch im Besitz eines 5-Jahresvertrages sein, so können Sie Ihren Rechtsschutzvertrag aufgrund des neuen, seit Januar 2008 geltenden Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) bereits nach 3 Jahren erstmals kündigen. Andernfalls verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr.

2. Ausserordentliche Kündigung nach Prämienerhöhung

Eine »Ausserordentliche Kündigung« ist nach einer Prämienerhöhung möglich. Teilt ihnen der Versicherer eine Beitragserhöhung ohne eine gleichzeitige Verbesserung der Leistungen in der Hausratversicherung mit, können sie schriftlich innerhalb eines Monats nach dem Eingang der Mitteilung gemäss § 31 VVG ausserordentlich kündigen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem sie die Mitteilung bekommen haben (Briefumschlag aufbewahren und Eingang notieren). Es gilt nicht das Erstellungsdatum der Versicherungsgesellschaft.

Ausnahme: Wenn die vereinbarte Versicherungssumme durch gestiegene Lebenshaltungskosten angepasst wird und dadurch der Beitrag steigt, ist keine Kündigung möglich. Es gibt in diesem Fall auch eine Widerspruchsmöglichkeit, allerdings sollten sie davon normalerweise keinen Gebrauch machen. Wenn sie Widerspruch einlegen, zahlen sie zwar den alten Beitrag, riskieren dann aber eine Unterversicherung, die danach auftretende Schäden dann auch nur anteilig ersetzt.

3. Ausserordentliche Kündigung nach Schadensfall

Wenn ein Schaden eingetreten ist, steht ihnen und der Versicherungsgesellschaft ein ausserordentliches Kündigungsrecht nach § 92 VVG zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schaden letztendlich bezahlt wird oder nicht; er muss lediglich vertraglich gedeckt sein. Die Kündigung hat spätestens einen Monat nach Zahlung oder Ablehnung des Schadens schriftlich zu erfolgen. Kündigt der Versicherer, muss er ihnen die anteilige Prämie bis zum Schluss des Versicherungsjahres erstatten.

Praxis-Tipp

Wenn sie aufgrund eines Schadensfalles ihre Hausratversicherung kündigen möchten, sollten sie erst zum Ende des Versicherungsjahres kündigen und nicht mit sofortiger Wirkung. Stellen sie vorher sicher, dass sie bei einem anderen Unternehmen ihren gewünschten Versicherungsschutz auch bekommen.

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