Höhe der Erwerbsminderungsrente

Die Höhe der Renten, die für Erwerbsminderung bewilligt werden, hat sich seit der Reform 2001 verringert.

Verantwortlich für diese Tendenz ist der geminderte Zugangsfaktor. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend, wann eine Rente infolge Erwerbsminderung gewährt wird und wie viel Monate dieses Ereignis vor Vollendung des 63. Lebensjahres eintritt. Für jeden Kalendermonat wird dann die Rente um 0,3 % gemindert, wobei die Minderung auf höchstens 10,8 % begrenzt ist. Wer demnach eine Erwerbsminderungsrente bereits vor dem 60. Lebensjahr bezieht, erhält nur 89,2 %.

Die durchschnittliche Rentenhöhe bei Erwerbsminderung beträgt bei Männern rund 900 € und bei Frauen rund 720 €. Dabei handelt es sich um den Durchschnitt aller gezahlten Renten im Deutschland. Das beinhaltet neben den Erwerbsminderungsrenten auch Renten, die infolge Berufs- oder Erwerbsfähigkeit gezahlt werden. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht das:

 
 
 
 
 
 
 

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Sieht man sich die Rentenzugänge bei Erwerbsminderung von 2001 bis 2009 an und den damit in Zusammenhang stehenden weggefallenen Berufsschutz, ist festzustellen, dass sich die durchschnittliche Rentenhöhe drastisch verringert hat.

Erwerbsminderungsrente Höhe

Das ist eine direkte Folge der Reform, die neben dem Wegfall des Berufsschutzes auch das Absenken des Rentenniveaus von bis dato zwei Drittel der Altersrente auf 50 % zur Folge hatte.

Kriterien wurden verschärft

Doch nicht nur die Rentenhöhe hat sich verringert. Auch die Kriterien, um eine Rente bei Erwerbsminderung zu erhalten, sind deutlich strenger geworden. Es ist zu beobachten, dass seit 2001 nicht einmal jedem zweiten Antrag entsprochen und eine Rentenzahlung aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit bewilligt wurde.

Dabei sind nicht nur die Neuanträge rückläufig, sondern auch die Zahl der Bewilligungen. Die vorliegenden Zahlen für die Jahre 2001 bis einschließlich 2006 sind eindeutig:

 
 
 
 
 
 
 

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Fazit

Der Gesetzgeber hat durch seinen Rückzug aus dem Berufsschutz die Verantwortung für eine entsprechende Vorsorge auf die Schultern jedes einzelnen verteilt. Abgesenktes Rentenniveau, schärfere Kriterien bei der Bewilligung und insgesamt schlechtere Ausgangsvoraussetzungen für Berufstätige, zwingen jeden einzelnen dazu, über eine angemessene und ausreichende Absicherung seiner Arbeitskraft nachzudenken.

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