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                  Die Methoden des Grauen Kapitalmarkts im Finanzsektor

                  Von Jennifer Gregorian

                  Der Skandal um den Vertrieb ungesicherter Lehman-Zertifikate durch die Citibank, Dresdner Bank und einige Sparkassen, war noch nicht abgeklungen, da folgte schon die nächste Schreckensbotschaft. In seiner Oktoberausgabe 2009 brachte das Verbrauchermagazin Finanztest die anstößigen Vermarktungspraktiken der Postbanktochter, Postbank Finanzberatung, ans Licht. Leider sind dies keine Ausnahmen.

                  „Wir halten Finanzmanager dazu an, gut verzinste Altersverträge zugunsten von niedrig verzinsten Neuverträgen aufzulösen“, erklärte ein Postbankvertriebsdirektor der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe März 2010).

                  Rechtsanwalt Hartmut Strube aus Düsseldorf bearbeitet „ähnliche Fälle aus allen Richtungen“: Eine rheinische Sparkasse füllte ein Depot mit einem Zertifikatanteil von 60 Prozent, den sie für den sicheren Anlageanteil erklärte. Die Sparda-Bank veranlasste einen arbeitsunfähigen Kunden, zur Investition des Großteils seiner Unfallentschädigung in ein Zertifikat – sein Geld ist nun weg. Ebenso das einer Frau, die dank der Dresdner Bank, die Ersparnisse für die Studienfinanzierung ihres Sohnes in ein Zertifikat anlegte. Die Citibank geriet ohnehin in negative Schlagzeilen, indem sie die Vorreiterrolle beim Vertrieb der Lehman-Zertifikate einnahm.

                  Nach einer Studie von Evers & Jung im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums verlieren Anleger in Deutschland jährlich 20 bis 30 Milliarden Euro durch Fehlberatung.

                  Nachhaltige Vertriebssysteme

                  Meistens arbeiten Finanzberater – häufig umgeschulte Branchenfremde – ausschließlich auf Provision. Der Provisionsdruck und die Vorgabe interner Vertriebsziele drängen sie dazu, nachteilige Produkte zu vermarkten. Dafür müssen sie lediglich das Vertrauen der Kunden gewinnen. Diese Vorgehensweisen bestätigen „die Erfahrungen mit dem Grauen Kapitalmarkt“, so Rechtsanwalt Strube.

                  Weiterhin gewähren einige Banken zur Optimierung der Vertriebsstrategien den Finanzberatern Einblicke in Kundenkonten; ohne das Wissen und oft ohne die Einwilligung der Inhaber.

                  Sicherheitsvorkehrungen gegen Bankbetrug

                  Folgendes sollten Bankkunden beachten:

                  • Finanzprodukte auf die eigenen Ziele und tragbaren Risiken abstimmen.
                  • Zeugen zum Beratungsgespräch mitnehmen.
                  • Niemals sofort nach dem ersten Gespräch etwas unterzeichnen.
                  • Mehrere Angebote einholen und zu Hause in Ruhe überprüfen.
                  • Ein Protokoll der Beratung aushändigen lassen – dazu sind Bankberater verpflichtet.
                  • Die Bank schriftlich auffordern, die Datenweitergabe zu beenden oder frühere Einwilligungserklärungen widerrufen.

                  Ist der Schadensfall bereits eingetreten, können die zuständigen Ombudsleute schlichten. Allerdings sind deren Aufforderungen für die Banken nur bis zu einer kleinen Streitsumme bindend. Kann der Fall nicht zur Zufriedenheit der Betroffenen geklärt werden, ist eine gerichtliche Weiterverfolgung dennoch möglich. Ferner empfiehlt es sich, Verbraucherzentralen oder Anwälte aufzusuchen.

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