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So erkennen Sie seriöse und gute Finanzberater
Von Daniel Grosse
Wer zum Zahnarzt geht, hat Zahnschmerzen. Wer einen Finanzberater aufsucht, sorgt sich um das Vermögen. Beide Experten sollen helfen. Aber bei dem Arzt überlegt man vielleicht wenigstens kurz, ob er seriös ist und sein Handwerk beherrscht. Anders beim Finanzberater. Dem vertraut man. Schließlich stimmen schon die Äußerlichkeiten: Kleidung, Sprache, Präsentation, Visitenkarte. Und es geht ja "nur" ums Geld.
Um seriös zu sein, müssen Finanzexperten aber mehr mitbringen. Deshalb: Testen Sie die Fachleute. Fragen Sie all das, was wichtig ist, damit Sie umfassend beraten werden können. Informieren Sie sich anhand vieler Quellen.
Warum dieser Aufwand? Den Nutzen einer finanziellen Entscheidung können die meisten Verbraucher kaum erfassen oder gar bewerten. Mitunter herrscht der Wunsch vor, dem Berater die Entscheidung zu überlassen. Dies berichten die Autoren der Studie "Anforderungen an Finanzvermittler – mehr Qualität, bessere Entscheidungen", erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Zu allem Übel stehe dem Vermittler der typische Verbraucher mit einem unzureichenden finanziellen Bildungsstand gegenüber.
An ein "produktives Miteinander auf hinreichendem qualitativen Niveau", wie die Autoren schreiben, ist unter diesen Voraussetzungen schon gar nicht zu denken. Laut den Autoren der Studie werden 50 bis 80 Prozent aller Langfristanlagen mit Verlust vorzeitig abgebrochen. Sie schreiben von geschätzten 20 bis 30 Milliarden Euro Gesamtvermögensschäden, die aufgrund mangelhafter Finanzberatung jährlich entstünden.
Vorsicht, wenn das Telefon klingelt
Grund genug, die Finanzvermittler unter die Lupe zu nehmen. Am Markt treten sie auf als Finanzberater, Versicherungsagent oder -makler, als Geldexperte oder Finanzmakler oder -planer. Der Einfachheit halber nennen wir sie nachfolgend Finanzberater.
Und wenn ein solcher anruft, ohne dass Sie vorher einer eventuellen Kontaktaufnahme zugestimmt haben, sollte sie das zumindest skeptisch machen. Denn ein solcher Anruf ist gesetzlich verboten. Seriöse Anbieter verzichten auf unverlangte Telefonate. Sie riefen nur an, wenn vorher bereits vertragliche Beziehungen bestünden, erklären Verbraucherschützer. Und wer dann auch noch kumpelhaft so tut, als ob ein Kollege oder Freund empfohlen hat, einfach einmal nachzufragen, dem sollten Sie erst recht misstrauen.
Ausgebildet und berufserfahren
Waren Sie jedoch zufrieden mit dem Erstkontakt, etwa weil Sie selbst einen Berater aufgesucht haben, dann überprüfen Sie seine Fachkenntnisse. Ist er etwa ausgebildeter und berufserfahrener Bank-, Versicherungs- oder Immobilienkaufmann? Hat er vielleicht ein kaufmännisches Diplom einer Universität oder Fachhochschule?
Mindeststandards für ausreichende Kompetenz vom Bundesverband Finanz-Planer
Einen Abschluss zum "Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK)", wenn es um spartenübergreifende Finanzplanung im Privathaushalt geht – also um Sach- und Personenversicherungen.
Geht es jedoch um komplexere Finanzdienstleistungen, also zum Beispiel um Baufinanzierungen, betriebliche Altersversorgung, Immobilienanlagen oder Beteiligungsprodukte wie etwa Fonds, muss sich der Berater anders qualifizieren: Kann er eventuell einen Abschluss auf dem Niveau des "Fachwirts für Finanzplanung (IHK)" oder spezielle Prüfungen vorweisen?
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Kommentare zu So erkennen Sie seriöse und gute Finanzberater
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