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So erkennen Sie seriöse und gute Finanzberater - Teil 2
Von Daniel Grosse
Überprüfen Sie, ob der Finanzberater, der vor Ihnen sitzt, unabhängig ist. Ein Großteil von ihnen arbeite nämlich als selbstständiger Handelsvertreter auf Provisionsbasis, warnen Verbraucherschützer. Viele Berater vermitteln lediglich Produkte.
Das heißt, sie selbst verdienen nur, wenn sich aus dem Kundenkontakt ein Abschluss ergibt. Ihr Geld erhalten sie noch dazu von dem Unternehmen, dessen Produkt sie verkauft haben. Ein Dilemma. Verkauft der Berater viele teure, verdient er ordentlich. Dabei muss das Produkt doch zu Ihnen passen, es muss maßgeschneidert sein. Von einem schnellen Vertragsschluss profitieren also Sie am wenigsten.
Offenheit hilft
Um diese Beratungs-Zwickmühle zu erkennen, hilft nur hartnäckiges Nachfragen: Von wem beziehen Sie als Finanzberater Ihr Einkommen? Sind Sie abhängig von einzelnen oder mehreren Produktgebern? Solch eine Abhängigkeit muss für Sie als Kunde ja nicht zwangsläufig schlecht sein - wenn das Angebot fair ist und passt. Zumindest zeugt es von Seriosität, wenn ein Berater offen mit solchen Fragen umgeht.
Honorar als Lösung
Zunehmend wird die Meinung vertreten, würden Berater ausschließlich per Honorar vom Kunden bezahlt, wäre vieles fairer. Tatsächlich spricht einiges für die Finanzberatung ohne Produktverkauf, also die Honorarberatung. Denn ihr Geld erhalten Berater, die so arbeiten, vom Kunden – und nicht vom Anbieter auf Provisionsbasis.
Der Verbund Deutscher Honorarberater hat Leitlinien veröffentlicht: Danach ist Honorarberatung eine Dienstleistung neutraler Berater, bei der ausschließlich das Know-how und der Zeitaufwand vergütet werden, sie beruht auf völliger Transparenz und der Ablehnung jeglicher offener und versteckter Vergütungen durch Dritte, und die Honorarberatung verfolgt die nachhaltige Betreuung von Mandanten in deren ausschließlichen Interesse.
Sich Zeit lassen
Welches Bezahl-Modell Sie auch immer überzeugt, nach Meinung von Verbraucherschützern sollten Sie sich Fragen wie diese eindeutig mit Ja beantworten können:
- Macht der Berater zu den Themen Sicherheit, Rendite und Laufzeit der Angebote auch schriftliche Zusagen?
- Bestätigt er die wichtigsten Fakten, vor allem Versprechen, schriftlich?
- Bezieht er bereits vorhandene Geldanlangen vernünftig mit ein, ohne Sie dazu aufzufordern, diese Verträge zu kündigen?
- Lässt der Berater Ihnen genügend Zeit, um über Produkte und Verträge nachzudenken?
- Empfiehlt er Ihnen, eine zweite Meinung einzuholen, etwa bei einer Verbraucherzentrale oder einem Steuerberater?
- Gibt er Ihnen schon zu Beginn des Gesprächs ein Verkaufsprospekt?
- Klärt der Berater Sie über Ihre Widerrufsmöglichkeiten auf?
- Akzeptiert er, dass Sie einen Zeugen zum Beratungsgespräch mitbringen?
Wer derart gründlich prüft, ob der Finanzberater seriös ist, hat noch nicht genug getan. Denn Verbraucher können den Experten zusätzlich nach Referenzen fragen: Wo haben Sie schon Fachbeiträge veröffentlicht? Gibt es Presseberichte über Sie? Besitzen Sie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die letztlich mich als Kunde absichert? Schließlich kann es später zum Rechtsstreit kommen, etwa weil der Kunde meint, falsch beraten worden zu sein.
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Kommentare zu So erkennen Sie seriöse und gute Finanzberater - Teil 2
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