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                  Reisezahlungsmittel - niemals auf nur eines verlassen

                  Von Thomas Nissen

                  Ohne Geld kein Urlaub. Gerade bei Auslandsreisen ist es wichtig, sich im Vorfeld für das jeweilige Land zu informieren, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden und zudem beim Einsatz kostengünstig sind. Dann gilt es diese mit den eigenen bereits vorhandenen Möglichkeiten abzugleichen und gegebenenfalls entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

                  Praxis-Tipp

                  Verlassen Sie sich für Ihre Reise niemals auf nur ein Zahlungsmittel. Nehmen Sie mindestens zwei verschiedene mit. Reisen Sie mit mehreren Personen, sollte jeder der Reisenden die Möglichkeit haben, im Reiseland Zahlungen durchführen zu können.

                  Reisezahlungsmittel sind:

                  1. Bargeld

                  Es ist ratsam, einen kleinen Handbestand für die erste Taxifahrt oder den Imbissstand mitzunehmen. Fragen Sie rechtzeitig auf einer Bank nach, ob die gewünschte Währung vorrätig ist. Bei Flug- oder Bahnreisen besteht jedoch auch die Möglichkeit, am Reiseziel Geldautomaten direkt am Flughafen oder Bahnhof aufzusuchen.

                  2. Reiseschecks / Traveller Cheques

                  Reiseschecks sollten möglichst auf die Währung des Reiselandes lauten. Die Schecks dienen zur direkten Bezahlung oder zum Umtausch in Bargeld. Sie sind versichert und daher sicherer als Bares. Die Schecks können Sie in der Regel bei jeder Bank kaufen. Sie sind unbegrenzt gültig. Der Käufer muss mit Aushändigung jeden einzelnen Scheck unterschreiben. Nur er kann ihn dann auch einlösen. Dazu sind zur Legitimierung eine weitere Unterschrift auf dem Scheck und ein Ausweis nötig.

                  Reiseschecks für Zwei werden bei Kauf von zwei Personen unterschrieben. Einer von beiden kann den Scheck dann alleine einlösen.

                  Bei Kauf von Reiseschecks fällt in der Regel eine Gebühr von 1 bis 2 % an. Bei Einlösung des Schecks kann es zu einer weiteren Gebühr kommen. Anbieter von Schecks sind Thomas Cook und American Express.

                  Praxis-Tipp

                  Kauf von Fremdwährungen und Reiseschecks bei Banken in Deutschland an Bahnhöfen und Flughäfen, die auf Reisende spezialisiert sind, ist meist teuer.

                  3. Maestro-Karte und V-Pay-Karte (früher EC-Karte, heute Girocard)

                  Die Maestro-Karte kann weltweit an Geldautomaten und als elektronische Bezahlkarte eingesetzt werden. Für die Beschaffung von Bargeld fällt innerhalb von Deutschland bei institutsfremden Automaten eine Gebühr an. Auch außerhalb von Deutschland ist das Abheben an Geldautomaten mit Gebühren bis zu 5 Euro verbunden.

                  Das Bezahlen in Restaurants, Hotels und Läden direkt mit der Maestro-Karte ist in Ländern mit Euro-Währung meist kostenfrei. In allen andern Ländern werden Gebühren von 1 bis 1,85 % des Betrages, meist jedoch mindestens 0,75 Euro berechnet.

                  Der Einsatz von Karten mit V-Pay* ist nur innerhalb von Europa möglich. Für Fernreisen ist diese Girocard nicht geeignet. Banken, wie zum Beispiel Postbank, comdirect, Targobank, DKB, manche Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, geben die V-Pay-Karten aus, da sie einen erhöhten Sicherheitsstandard haben sollen.

                  *Länder, in denen die V-Pay-Karte akzeptiert wird:

                  Andorra, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grönland, Irland, Island, Israel, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vatikanstadt, Vereinigtes Königreich, Zypern.

                  In folgenden Ländern hat V-Pay eine gute Akzeptanz, obwohl sie nicht Teil von Visa Europe sind, und die Akzeptanzstellen somit nicht mit V-Pay gekennzeichnet sind: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien (Quelle: Comdirect).

                  4. Kreditkarten – Debit, Charge oder Prepaid

                  Kreditkarten finden ihren Einsatz beim direkten Bezahlen mit der Karte sowie auch bei der Nutzung von Geldautomaten. Vielfach verlangen Hotels und Autovermietungen Kreditkarten zur Sicherheit. Gerade bei Buchungen im Vorfeld geht es ohne Kreditkarte nicht. In Ländern mit Euro-Währung ist das Bezahlen mit der Karte kostenfrei. Bei Fremdwährungen ist mit 1 bis 2 % des Betrages an Gebühren zu rechnen.

                  Mit Kreditkarten können weltweit Geldautomaten genutzt werden. Die Kosten einer Umrechnungsgebühr variieren zwischen 1 bis 4 %. Dazu kommt evtl. eine Automatengebühr. Bei Banken, die mit weltweit kostenfreiem Bargeld werben, entfällt die Umrechnungsgebühr. Auf Antrag wird gegebenenfalls auch die fremde Automatengebühr ersetzt.

                  Kreditkarten gibt es in verschiedenen Varianten. Aktuell ist die Debit-Karte am meisten verbreitet, besonders bei Direktbanken. Ihr Einsatz ist nur im Rahmen des Kontoguthabens und Dispokredits möglich. Eine Charge-Karte ist im Grunde eine wirkliche Kreditkarte, denn ihre Umsätze werden gesammelt und nur einmal im Monat abgerechnet. Für Prepaid-Kreditkarten muss im Vorfeld Guthaben auf ein Kartenkonto eingezahlt werden. Nur in dessen Rahmen sind Verfügungen möglich. Prepaid-Karten sind für Jugendliche ab 12 Jahre interessant.

                  Häufig kosten Kreditkarten eine Jahresgebühr. Zunehmend gibt es jedoch auch kostenfreie Karten. Näheres zu kostenfreien Kreditkarten www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/cards/kreditkarten-vergleich.php und Girokonten mit kostenfreien Kreditkarten www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/girokonto.php.

                  Praxis-Tipp

                  Überprüfen Sie rechtzeitig vor Reiseantritt, welche Karten Sie haben. Stellen Sie sicher, dass Sie mindestens eine Karte mit Maestro-Zeichen oder eine Kreditkarte nutzen können.

                  Informieren Sie sich bei Ihrem Kreditinstitut über die bestehenden Kartenlimits - bei Kreditkarten genauso wie bei Girocards. Passen Sie diese gegebenenfalls für die Reise an. Beispielsweise gibt es Karten mit einem Limit von 500 Euro pro Zahlung oder auch mit null. Bei Urlaubsreisen kann dies zu Problemen führen. Kontrollieren Sie auf alle Fälle Ihre Kartenabrechnungen. Heben Sie dazu auf der Reise die Belege auf.

                  Sperr-Notruf: + 49 - 116 116

                  Für den Fall der Fälle, dass Kartenzahlungsmittel abhanden kommen, ist es wichtig folgende Rufnummer zu kennen: Sperr-Notruf +49 - 116 116

                  • Unter dieser Nummer können Sie Kreditkarten, Handykarten oder auch die elektronische Identitätsfunktion des neuen Personalausweises sperren lassen.
                  • Der Notruf ist 24 Stunden erreichbar.
                  • Aus Deutschland ist der Sperr-Notruf gebührenfrei.
                  • Bei einem Anruf aus dem Ausland ist deutsche Ländervorwahl nötig. Der Anruf ist gebührenpflichtig. (Alternative Nummer 030 / 40 50 40506).

                  Praxis-Tipp

                  Prüfen Sie vor Reiseantritt, ob sich die für Sie relevanten Unternehmen dem Sperr-Notruf angeschlossen haben. Eine Liste dazu finden Sie unter www.sperr-ev.de.

                  Nehmen Sie zur Sicherheit auch die Rufnummern mit, die Ihnen Ihre Bank mitgeteilt hat. Bewahren Sie diese getrennt von wichtigen Unterlagen auf.

                  Hinterlassen Sie Ihre Kartendaten sowie Kopien von Ausweisen und Reisedokumenten bei einer vertrauenswürdigen Person, die Sie im Notfall kontaktieren können.

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