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                  Fluggastrechte in den USA: Was, wenn der Flug in die USA oder der Anschlussflug in den USA verspätet ist oder annulliert wird? Welche Rechte haben Passagiere?

                  Von Cornelia Lohs

                  Die Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments findet auch dann Anwendung, wenn der Flug von einer Airline durchgeführt wird, die ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union hat, und zwar immer dann, wenn sich der Abflugort in einem Land der EU befindet.

                  © Frog 974 / fotolia.com

                  Hier ein Beispiel: Bei einem Direktflug mit United Airlines oder Delta von Frankfurt oder einem anderen EU-Land nach New York können Passagiere bei Verspätung oder Annullierung des Fluges ihre Rechte geltend machen. Dies gilt natürlich nicht nur für amerikanische Fluggesellschaften, sondern für alle Nicht-EU Airlines, die von einem Land innerhalb der Europäischen Union starten.

                  Liegt der Abflugort dagegen außerhalb der EU, gelten die Fluggastrechte des jeweiligen Landes. Doch wie sehen die aus?

                  Fluggastrechte in den USA bei Verspätung und Annullierung von Flügen

                  Eine gesetzliche Fluggastrechte-Verordnung wie in der EU gibt es in den USA nicht. Die Abteilung Verbraucherschutz für die Luftfahrt des amerikanischen Transportministeriums (Aviation Consumer Protection and Enforcement, U.S. Department of Transportation) weist darauf hin, dass Verspätungen nun mal vorkommen und die Passagiere bei wichtigen Terminen oder Anschlussflügen in weiser Voraussicht eben eine Maschine früher buchen müssten.

                  Leider kommt es in den USA sehr häufig vor, dass inneramerikanische Flüge stark verspätet sind oder last minute gestrichen werden. Wenn das passiert, wird die Airline versuchen, die Passagiere auf den nächst möglichen Flug umzubuchen, soweit freie Plätze vorhanden sind.

                  Ist dies nicht möglich, können Passagiere versuchen, auf eine andere Fluggesellschaft umzubuchen. Dazu müssen sich die Betroffenen am Check-in der ursprünglich gebuchten Airline erkundigen, in welcher Maschine es noch freie Sitzplätze gibt. Die Umbuchung wird am Check-in vorgenommen, die Passagiere erhalten einen Voucher und gehen damit zum Check-in der Airline, auf die sie umgebucht wurden.

                  ABER: Verpflichtet sind die Fluggesellschaften dazu nicht. Ist ein Flug stark verspätet oder wird er annulliert, erhalten Passagiere von den größeren Airlines (z.B. Delta oder United) einen Übernachtungs- sowie einen Frühstücksgutschein – sofern der Abflugort nicht mit dem Wohnort identisch ist. Bei Billigfluggesellschaften sind Passagiere gezwungen, am Flughafen oder auf eigene Kosten zu übernachten.

                  Bitte beachten: In den USA hat jede Airline ihre eigenen Bestimmungen, wie sie Verspätungen und Annullierungen handhabt. Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht.

                  Gut zu wissen

                  Ist der Flug mit einer amerikanischen Airline, die von einem deutschen Flughafen startet stark verspätet oder wird gar annulliert, können Passagiere die Airline in Deutschland verklagen und eine Entschädigung nach EU-Recht fordern, denn der „Erfüllungsort“ ist in diesem Fall der deutsche Abflughafen. So ein Urteil des BGH im Januar 2011, nachdem ein Passagier Delta Airlines wegen Annullierung des Fluges auf eine Ausgleichszahlung von 600 Euro verklagt hatte.

                  Die Rechte der Passagiere bei Überbuchung

                  Sind Flüge, die mit einer amerikanischen Airline von einem Abflugort in den USA starten überbucht, haben Passagiere nur dann ein Recht auf finanzielle Entschädigung, wenn sie gegen ihren Willen nicht mitgenommen werden (auf Englisch: involuntarily bumped). Allerdings nicht, wenn sie auf einen Ersatzflug umgebucht werden, der sie mit höchstens einer Stunde Verspätung an das ursprünglich gebuchte Ziel bringt.

                  Finanzielle Entschädigung bei Überbuchung ab zwei Stunden Verspätung

                  Bei einer verspäteten Ankunft von zwei Stunden stehen den Passagieren gemäß den Richtlinien des U.S. Department of Transport (Verkehrsministerium) 200 Prozent des Preises der einfachen Strecke zu, höchstens jedoch 650 Dollar und bei einer Verspätung von mehr als zwei Stunden 400 Prozent, höchstens jedoch 1.300 Dollar.

                  Finanzielle Entschädigung erhalten Betroffene nur, wenn

                  • sie eine bestätigte Reservierung vorweisen können und
                  • sich rechtzeitig (je nach Airline 30 Minuten bis eine Stunde vor Abflug) am Check-in Schalter eingefunden haben.
                  • Bitte beachten: bei internationalen Flügen gilt in diesem Fall ein Check-in von drei Stunden vor Abflug!

                  Außerdem müssen die Passagiere es sich von der Airline schriftlich bestätigen lassen, dass sie gegen ihren Willen nicht mitgenommen wurden. Die Airline wird den Betroffenen zunächst ein Freiflugticket anbieten, Passagiere können jedoch darauf bestehen, dass ihnen ein Scheck oder Bargeld ausgehändigt wird und sich dabei auf die Richtlinien bzw. die „rules and regulations“ des US. Department of Transportation berufen.

                  Bitte beachten: Diese Regelung gilt nicht für Charterflüge und Billig-Airlines!

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