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Umfassende Pflegereform gefordert
30.11.2011 - Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

© Visionär / fotolia.com
Gesundheitsexperten appellieren an die Bundesregierung, ihre geplante Reform der Pflegeversicherung anstatt mit kleinen Schritten in großem Maßstab durchzuführen. Dazu sind mehr finanzielle Mittel notwendig als bisher einkalkuliert.
Derzeit hat die schwarz-gelbe Koalition ab 2012 höhere Leistungen für Demenzkranke vorgesehen und dafür etwa 1,1 Milliarden Euro an Mehrausgaben eingeplant. Die Finanzierung dieses Vorhabens ist weiterhin unklar, die Vorschläge reichen von einer privaten Zusatzpflegeversicherung bis zu einer Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,1 Prozent ab 2013.
Gesundheitsexperten reicht diese Maßnahme bei weitem nicht aus: Angesichts einer zu erwartenden Zunahme der Pflegebedürftigenzahl müsse im Vorfeld des ausgleichslosen Zugriffs auf Gelder der gesetzlichen Pflegeversicherung der Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert werden. Die alten drei Pflegestufen mit Minuteneinteilungen sollten durch sechs Bewertungsmodule nach zum Beispiel kognitiven, körperlichen oder psychischen Einschränkungen ersetzt werden. Die Mehrkosten werden auf etwa drei Milliarden Euro geschätzt. Die geplante Zusatzversicherung sehen die Experten ebenso kritisch: Sie führe dazu, dass vor allem Geringverdiener sich später seltener umfassende Pflege leisten könnten.
Rubrik: Pflegeversicherung
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