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Pflegereform: Gesundheitsminister stellt Versicherte auf höhere Beiträge ein
23.08.2011 - Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat erste Eckpunkte der Pflegereform bekanntgegeben. Neben der Einführung einer kapitalgedeckten Säule ist der Ausbau der ambulanten Pflege und die Unterstützung für pflegende Angehörige vorgesehen. Indirekt deutet er an, dass die Reformkosten über steigende Beiträge finanziert werden sollen.
Nach internen Berechnungen beziffert die Regierungskoalition den finanziellen Mehrbedarf auf vier bis sechs Milliarden Euro, eine Beitragserhöhung könnte daher bis zu 0,6 Prozentpunkte betragen. Weitere Kosten entstünden den Versicherten durch die kapitalgedeckte Zusatzversicherung.
Um die Finanzierbarkeit des Pflegebereichs zu verbessern, gibt Bahr Einblick in geplante weitreichende Maßnahmen: Dem Grundsatz des Gesundheitssystems ambulant vor stationär soll auch in der Pflege Rechnung getragen werden. Unter dem Stichwort Eigenvorsorge müsse dazu die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für helfende Angehörige verbessert und das aktuelle Pflegestufen-System in Bezug auf die tatsächliche Hilfebedürftigkeit neu definiert werden. Zudem will die Koalition die Attraktivität des Pflegeberufs erhöhen und Demenzkranken mehr Leistung gewähren.
Die konkrete Ausgestaltung der Pflegereform will Bahr im September vorstellen. Kritiker monieren, dass sich die Lastenverteilung zu Ungunsten der Versicherten verschieben wird.
Rubrik: Pflegeversicherung
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