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                  Pläne für europäische Rating-Agentur

                  01.09.2011 - Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

                  Lange wurde die Gründung einer europäischen Rating-Agentur gefordert. Nun wird sie wahrscheinlich schneller kommen, als allgemein erwartet. Schon ab dem Frühjahr 2012 soll die neue Agentur an den Start gehen. Ziel ist es dabei, die Vormachtstellung der heutigen drei großen Ratingagenturen aus den USA zu brechen. Zudem soll eine andersartige Finanzierung für eine möglichst große Unabhängigkeit der neuen Ratingagentur führen.

                  Kritik am bisherigen Rating-Trio aus den USA

                  Die Rufe nach einer europäischen Ratingagentur waren in den vergangenen Monaten immer lauter geworden. Bemängelt wurde, dass die drei großen Rating-Agenturen die Finanzkrise in den schwächelnden Staaten der Euro-Zone, wie beispielsweise Portugal oder Griechenland, mit ihren Abwertungen noch weiter verschärft hätten. Zusätzlich wurde als Kritik formuliert, dass die Agenturen allesamt aus den USA stammten und die europäischen Länder besonders kritisch bewerteten. Auch die fehlende Transparenz der Benotungen war vielen Politikern ein Dorn im Auge.

                  Aufbau der neuen Ratingagentur

                  Ein wichtiger und positiver Unterschied zu den bisherigen Agenturen Standard & Poor’s, Fitch und Moody’s wird sein, dass die europäische Rating-Agentur als unabhängige Stiftung konzipiert ist, deren Finanzierung von den Investoren übernommen wird. Dies bedeutet, dass nicht mehr die Herausgeber von Wertpapieren die Agentur finanzieren sollen.

                  Zeitplan und Finanzierung

                  Zunächst werden lediglich Staaten in ihrer Bonität beurteilt und später auch Banken. Ab 2013 wiederum werden dann auch Unternehmen durch die Rating-Agentur beurteilt. Die finanziellen Kosten für die Schaffung der Agentur werden auf einen Betrag von etwa 300 Millionen Euro geschätzt. Geld, das von europäischen Unternehmen aus der Finanzbranche bereitgestellt wird. Konkret, sollen es rund 25 Firmen sein, die sich an dem Aufbau der europäischen Rating-Agentur beteiligen.

                  Billigere Ratings

                  Geplant ist zusätzlich ein weiteres bedeutsames Unterscheidungsmerkmal. So sollen die Ratings, die von der europäischen Agentur durchgeführt werden, wesentlich billiger sein. Angepeilt wird hierbei, dass beispielsweise das Rating eines Unternehmens im DAX, das bisher mit etwa einer Million Euro veranschlagt wurde, mehr als die Hälfte weniger kosten wird.

                  Rubrik: Börse


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