Wechsel an der Spitze: BaFin vor schwerer Aufgabe
26.01.2012 - Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de
Nach seinem altersbedingten Abgang zieht der Ex-Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Sanio eine zwiespältige Bilanz seiner Amtszeit: Die Finanzbranche entwickele sich zu einem immer komplexeren Gebilde, dem hohen Tempo der Finanzinnovationen könnten die Aufseher nur bedingt regulativ folgen. Viel Arbeit für seine Nachfolgerin Elke König.
Zum Antritt verkündete sie bereits, das undurchschaubare, als gefährlich eingestufte System der Schattenbanken, zu dem unter anderem Hedgefonds zählen, regulieren zu wollen. Vorgänger Sanio hatte Ähnliches vor, scheiterte aber daran, dass der Politikbereich sich bisher allenfalls auf Alleingänge verständigen konnte und einige große Finanzakteure eine mächtige Lobby aufgebaut haben. Die von der Politik anfangs gewollte Deregulierung, an deren Ende der Ausbruch der Finanzkrise stand, überforderte die BaFin und offenbarte eine territorial zersplitterte Bankenaufsicht in Europa, die eine wirkungsvolle Bekämpfung der Krise behinderte.
Dies wird eine der Hauptaufgaben für die neue Chefin, in Zusammenarbeit mit anderen Finanzaufsichten konzertierte Aktionen zur Regulierung durchzuführen. Bundesfinanzminister Schäuble verspricht dazu, den Personalbestand zu verstärken.
Rubrik: Bank
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