Entspannt studieren dank Kredit - Teil 1
Von Daniel Grosse
Ein Studium ist teuer – gleich, ob an Universität, Fachhochschule oder in einer anderen Bildungseinrichtung. Miete, Essen, Kleidung, Einschreibegebühren, Studentenwerksbeiträge, Lehrbücher, Semesterticket, allgemeine Studienbeiträge, Internet und Handy verursachen Kosten, die Sie ernstnehmen sollten.
Trotzdem können Sie sich ein Studium leisten, wenn Sie den richtigen, den optimalen auf Sie abgestimmten Mix aus Finanzierungsmöglichkeiten finden. Bekannt sind Jobben, Stipendien, BAföG - und natürlich das Geld von den Eltern. Als weitere Geldquellen hinzugekommen sind Studiendarlehen, Studienkredite und Bildungsfonds. Und gerade auf diese drei scheint sich die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgewirkt zu haben. Grund genug, dass Sie die Anbieter solcher Produkte noch sorgfältiger auswählen sollten.
Gesunkene Zinssätze
Die aktuellen Entwicklungen auf den Finanzmärkten haben bei einigen Studienkredit-Angeboten zu deutlich gesunkenen Zinssätzen geführt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle CHE-Studienkredit-Test 2009. Die CHE Consult ist eine Ausgründung aus dem CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung und vergleicht in dem Test 33 Studiendarlehen und bewertet sie aus Kundensicht. Lediglich drei Anbieter, die Deutsche Kreditbank, die PSD-Bank und die VR-Bank Rothenburg ob der Tauber, haben danach gegen den Trend die Zinsen erhöht. Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank haben keine Zinsanpassung vorgenommen. Insbesondere das Angebot der KfW, die Studienbeitragsdarlehen der Länder und die Kreditmodelle einiger regionale Anbieter - Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken - sind von den Kosten her allerdings deutlich attraktiver als noch vor einem Jahr, so die Kernergebnisse des Tests.
Versteckte Haken und Ösen
Im Detail stellt der Studienkredit-Test die Ergebnisse einer Befragung dar, die CHE und die Financial Times Deutschland im April und Mai 2009 unter mehr als fünfzig Kreditinstituten vorgenommen haben. Anbieten möchten die Autoren des Tests jedoch nur eine „Entscheidungshilfe, die die wesentlichen Konditionen auflistet und auf versteckte Haken und Ösen hinweist“, wie sie schreiben. Niemandem könne mit dem Studienkredit-Test die schwierige Entscheidung abgenommen werden, welcher Kredit der richtige ist oder ob ein Kredit überhaupt ratsam ist. „Es gibt nicht 'den' richtigen Kredit; jeder Interessent muss 'seinen' Kredit finden“, so die Autoren.
Allgemeine Studienfinanzierung
Vielmehr lassen sich laut CHE drei Typen unterschieden. Da wären als erster Typ die Angebote zur allgemeinen Studienfinanzierung: Sie zielen auf Lebenshaltungskosten und eventuell anfallende Studiengebühren ab. Die einzelnen Modelle: Studienkredite von Großbanken existieren teilweise schon seit 2005. Die Konditionen wurden teilweise im Lauf der Zeit modifiziert. Der KfW-Studienkredit hingegen wird bundesweit vor allem über Studentenwerke, ausgewählte Banken und Sparkassen vertrieben und soll der Refinanzierung von Kosten des Lebensunterhalts dienen. Er ist vor allem für die Finanzierung von Lebenshaltungskosten bestimmt.
Dann gibt es die Angebote von Volks- und Raiffeisenbanken. Bei den Bildungsfonds-Konzepten von CareerConcept und Deutsche Bildung wiederum handelt es sich um eine Fondsförderung, nicht um einen klassischen Kredit: Anleger kaufen Anteile am Fonds. Aus den Mitteln werden ausgewählte Studierende gefördert. Nach Abschluss des Studiums zahlen diese für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens zurück.
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