Auskunfteien sammeln Finanzdaten über Verbraucher
Von Hans Frießem
Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Bürgel zählen zu den größten Datensammlern in Deutschland – rund drei Viertel aller Bürger sind erfasst.
Wenn Sie einen Kredit beantragen, ein Konto eröffnen, oder einen Handyvertrag abschließen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Daten dort gemeldet werden. Auch Angaben aus amtlichen Bekanntmachungen und öffentlichen Schuldnerverzeichnissen werden gespeichert.
Aus den über Sie vorliegenden Informationen wird ein Scorewert errechnet, der Auskunft über Ihre Zahlungsmoral und Ihre Kreditwürdigkeit geben soll.
Ohne positive Auskunft bekommen Sie keinen Kredit
Kredit Vergleich & Test
Auskunfteien beziehen ihre Daten von Banken, Versicherungen, Versandhändlern, Leasinggesellschaften, Kreditkartenunternehmen, Bausparkassen, Inkassobüros, Strom- oder Telekommunikationsanbietern. Solche Unternehmen liefern ausführliche Informationen über das Finanzgebaren ihrer Kunden, gleichzeitig profitieren sie vom Wissen der Auskunfteien.
Persönliche Daten dürfen nur dann weitergegeben werden, wenn der Kunde damit einverstanden ist. Wenn Sie einen Kredit beantragen, ein Auto leasen oder einen Handyvertrag abschließen, müssen Sie deshalb oft eine so genannte SCHUFA-Klausel unterschreiben, in der Sie der Weitergabe Ihrer Daten zustimmen. Selbst beim bargeldlosen Bezahlen im Geschäft werden Bonitätsdaten heute blitzschnell abgefragt, die Einwilligung dazu hat man schon bei Erhalt der Konto- oder Kreditkarte unterschrieben.
Score-Abfrage nur mit Ihrer Zustimmung
Zur Vereinfachung wird jedem Verbraucher ein so genannter Score zugeordnet – ein Zahlenwert, an dem sich die Zahlungsmoral und finanzielle Situation des Verbrauchers ablesen lassen soll. Das Scoring wird nach statistisch-mathematischen Verfahren durchgeführt, die von den Auskunfteien nicht vollständig offen gelegt werden.
Ziel ist eine möglichst zutreffende Einschätzung darüber, ob der einzelne Verbraucher beispielsweise Kreditraten vertragsgemäß zurückzahlt oder Rechnungen pünktlich begleicht. Gegen Entgelt kann jeder Interessierte die Bonität einer bestimmten Person abfragen, allerdings muss er eine Einwilligungserklärung dieser Person vorlegen.
Einmal jährlich kostenlose Selbstauskunft
Die Einträge der Auskunfteien sind nicht immer korrekt, das zeigen Untersuchungen. Wenn beispielsweise ein längst zurückgezahlter Kredit in der Datenbank nicht gelöscht wurde, wird man in der Bonität zu niedrig eingestuft. Seit 2010 kann man bei den Auskunfteien einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft einfordern. Verlangen Sie formlos eine "Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz". Fordern Sie gegebenenfalls, dass falsche Daten berichtigt und unberechtigte Einträge entfernt werden.
Vorsicht bei "Kredit ohne Schufa"
Im Internet und in Zeitungsannoncen wird immer wieder für schnelle Kredite ohne Schufa-Auskunft geworben. Solche Angebote sind meist überteuert – wer Kredit gibt, ohne die Zahlungsfähigkeit zu prüfen, lässt sich dies in aller Regel durch überhöhte Zinsen und Vermittlungsgebühren bezahlen. Wenden Sie sich bei hohen Schulden besser an die Schuldnerberatung.
