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Kaum Hoffnung auf kostenlose Girokonten für Geschäftskunden
Von Matthias Nemack
Für Privatkunden bietet der Markt eine ganze Palette wirklich kostenlos nutzbarer Girokonten. Die unabhängigen Tester von Stiftung Warentest und die bekannten deutschen Finanzmagazine haben zuletzt immer wieder auf die guten Möglichkeiten auf dem Markt hingewiesen. Viele der günstigsten Angebote finden sich bei den so genannten Direktbanken, die jedoch meist nur beim Einsatz von Online-Banking vollkommen kostenfrei offeriert werden.
Ein Bereich, der in den Tests jedoch oftmals deutlich zu kurz kommt, ist die Frage danach, wie es eigentlich um die Geschäftskonten in den Produktpaletten der verschiedenen Institute steht. Und genau in diesem Bereich zeigt sich in aktuellen Analysten der Marktlage auch weiterhin ein deutlicher Mangel.
Hohe zusätzliche Nebenkosten sind eher Regel als Ausnahme
Im Magazin „Finanztest“ geht man letztlich sogar so weit zu sagen, dass die selbstständigen Kontonutzer für viele Banken scheinbar keine relevante Einnahmequelle seien, so dass man dieser Klientel also auch keine interessanten Angebote unterbreiten müsse.
In einem Test, in dem die Experten insgesamt 89 Geschäftskonto-Modelle einer genaueren Betrachtung unterzogen, kam man zu dem bedenklichen Ergebnis: Nur drei der getesteten Konten waren für die so genannten Gewerbetreibende sowie Freiberufler und andere Selbstständige völlig frei noch Kosten. In Einzelfällen hatten es die Banken nicht einmal für nötig gehalten, auf Nachfragen der Tester Konditionen für selbstständige Kunden anzugeben.
Der Grund für die – vornehm ausgedrückt – zurückhaltende Unternehmenspolitik der Banken in diesem Punkt ist wohl darin zu finden, dass die Geschäftskunden im Vergleich zu den angestellten Kunden nicht auf regelmäßige hohe Geldeingänge hoffen lassen. Solche Gehaltseingänge sind für die Banken jedoch ein wichtiger Ansatz zur Kapitalversorgung, um selbst wirtschaften zu können. Im Wettstreit um die Verbraucher mit Interesse für ein Geschäftskonto hält sich die Bankenbranche bei den Sparkassen und Volksbanken wie auch bei den Privatbanken dementsprechend vornehm zurück.
Bedenklich jedoch stufen die Tester die massiven Kostenunterschiede ein, die auf geschäftliche Bankkunden im Einzelfall zukommen. Und in der Tat sind die Differenzen beträchtlich. Der monatlichen Kostenfaktor für die Grundgebühr des Geschäftskontos liegt zwischen überschaubaren 1,50 und rund 50 Euro. Damit jedoch nicht genug, denn die Banken berechnen zudem nur allzu gerne Gebühren für zusätzliche Leistungen zum Standardservice. Mitunter werden nicht einmal die EC-Karten kostenlos bereitgestellt. Häufig kommen auch durch viele monatliche Buchungen über das Konto hohe Extrakosten auf die Kunden zu.
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