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                  Von Zusatzbeiträgen und Überschüssen

                  Von Oliver Beyersdorffer, Versicherungsberater

                  Die Wirtschaft boomt und trotzdem verschlechtert sich die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zusehends. Während die CITY BKK als Erste die Tore noch nicht mal geschlossen hat, da steht bereits die nächste BKK vor der Insolvenz und eine der Innungskrankenkassen steckt ebenfalls in Schwierigkeiten.

                  Innerhalb von einem Jahr haben die Krankenkassen fast eine Milliarde EUR im staatlichen Gesundheitssystem vergraben. Stolz hatte das Bundesgesundheitsministerium im Frühjahr 2010 einen Überschuss von insgesamt 1,4 Milliarden EUR für 2009 verkündet. Ein Jahr später beklagt man einen Verlust in Höhe von 445 Millionen EUR für das Jahr 2010.

                  Immer mehr Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern, um der sich verschlechternden Finanzlage zusätzliche Einnahmen entgegensetzen zu können. Viele Kassen kommen nicht mehr mit den Zuschreibungen des Gesundheitsfonds aus.

                  Im Augenblick verlangen dreizehn Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 8,00 EUR und 15,00 EUR monatlich. Eine davon, die CITY-BKK, wird zum 30.06.2011 geschlossen.

                  Vier Kassen, die letztes Jahr noch einen Zusatzbeitrag benötigten, verlangen für 2011 keinen mehr. In der Mehrzahl der Fälle ist der Zusatzbeitrag durch Fusion entfallen, da die aufnehmende Krankenkasse bislang keinen verlangen musste. Nur bei der ESSO BKK hat sich die Finanzlage soweit entspannt, dass man auf den Zusatzbeitrag verzichten konnte.

                  Die Anzahl der Kassen, die eine Prämie ausgelobt haben, hat sich drastisch verringert. Waren es im 2010 noch fünf Krankenkassen, so ist von diesen nur noch die hkk – Handelskrankenkasse übrig geblieben, die neben der BKK Wirtschaft & Finanzen auch für 2011 eine Prämie bezahlen.

                  Auch die Zahl der Kassen, die unter Garantie keinen Zusatzbeitrag erheben werden, hat abgenommen. Von vormals 61 geben in 2011 nur noch 55 eine Garantie, dass sie auch im laufenden Jahr mit den Zuschreibungen aus dem Gesundheitsfonds auskommen werden.

                  Fazit

                  Von den zur Zeit insgesamt 155 tätigen Krankenkassen in Deutschland ist eine pleite, zwei in finanziellen Schwierigkeiten, erheben dreizehn einen Zusatzbeitrag, planen 34 ohne Zusatzeinnahmen auszukommen, geben 55 sogar eine Garantie darauf und lediglich zwei geht es offensichtlich gut genug, dass Sie Beiträge zurückerstatten können. Von den restlichen 48 Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung liegen keine Informationen vor, ob Zusatzbeiträge geplant sind oder nicht.

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