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Fonds: Tipps & Meinungen
Verärgerung bei fondsbasierten Riester Verträgen
01.01.1970 Die Finanzkrise hat nicht nur das Nervenkostüm der Anleger beansprucht, auch viele Versicherungen haben sich angesichts der Krise dazu entschlossen auf Nummer sicher zu gehen. Aus diesem Grund haben sie bei zahlreichen fondsbasierten Riester-Verträgen eine Umschichtung von Aktienfondsanteilen in Rentenfondsanteile vorgenommen – zum Leidwesen vieler Anleger.
Der Erfolg der Riester-Versicherung war in Deutschland auch im Krisenjahr 2008 nicht abgerissen, so entschlossen sich allein im letzten Quartal 2008 über 700 000 Anleger für diese private Altersvorsorge. Insgesamt beträgt die Zahl der Neuabschlüsse für das letzte Jahr 2,2 Millionen, damit vertrauen nun insgesamt schon 12 Millionen Deutsche auf diese Form der Altersabsicherung. Gerade junge Riester-Sparer haben sich aber in den vergangenen Wochen über ihre fondsbasierten Versicherungen geärgert. Verschiedene Anbieter hatten in Folge der allgemeinen Verunsicherung bei zahlreichen bestehenden Verträgen eine Umschichtung vorgenommen. So wurden Rentenfonds mehrheitlich gekauft und Aktienfondsanteile abgestoßen. Auf den ersten Blick macht dies natürlich Sinn um die Verluste der Fonds zu begrenzen, doch auf lange Zeiträume betrachtet, kostete dieser Schritt der Versicherungen jede Menge an Rendite für die Riester-Sparer.
Ein Beispiel sind die 360 000 Kunden der Union Investmentgesellschaft, bei denen auch von Seiten der Versicherung in Anleihen umgeschichtet wurde. Die Anleger sind verständlicherweise besonders enttäuscht, weil die Versicherung eine Umwandlung zurück in Aktienanteile nicht auf der Agenda stehen hat. Damit wurden für diese Sparer aus bisherigen reinen Buchverlusten ganz reale Abschreibungen. Die Versicherungen nehmen sich aber vielerorts aus der Kritik, denn sie verweisen darauf, dass die Garantiebeträge nur somit abgesichert werden können.
Cost Average Effekt verschenkt
Die Umschichtung bringt wie erwähnt kurzfristig ein Mehr an Sicherheit. Doch gerade bei fallenden Kursen würden die Anleger momentan vom Cost Average Effekt profitieren, denn wer monatlich einen festen Betrag in den Fonds investiert, der bekommt logischerweise bei niedrigeren Kursen auch mehr Fondsanteile. Bei einem Fondssparplan von monatlich 100 Euro, erhält der Sparer beispielhaft einen Fondsanteil. Fällt nun der Fondskurs auf 50 Euro, dann er erhält er schon zwei Fondsanteile für sein Geld. Steigen in der Folge wieder die Kurse, so sind die Anteile insgesamt mehr wert. Deshalb ist das Vorgehen der Versicherungen gerade für junge Sparer, die oftmals langfristige Sparpläne besitzen, nicht von Vorteil gewesen. Denn über einen längeren Zeitraum lassen sich schwierige Börsenzeiten gut überstehen oder wie anhand des Beispiels aufgezeigt, sogar in eine höhere Rendite umwandeln.
Nur Beiträge und Zulagen sind sicher
Als Anleger muss man sich bei seinem fondsbasierten Riestersparplan aber immer im Klaren sein, dass es eben nur eine Beitragsgarantie gibt. Diese umfasst daneben noch die vom Staat gewährten Förderbeiträge. Speziell bei kürzeren Verträgen, die demnächst auslaufen werden, kann sich die Finanzkrise also durchaus bemerkbar machen, in dem die Renditen geringer ausfallen. Worst Case Szenarien muss aber niemand befürchten, denn ein Konkurs einer Versicherung ist ausgeschlossen. Wenn eine Versicherung in eine finanzielle Schieflage geraten sollte, greift im Notfall der staatliche Rettungsfonds, in den alle Versicherungsgesellschaften einzahlen. Dieser Fonds würde in einem solchen Fall die Versicherungsverträge der Kunden übernehmen und auch fortführen.
Kostenunterschiede beachten
Zum Schluss noch ein wichtiger Tipp, bei fondsbasierten Riesterabschlüssen sollten unbedingt die jeweilig veranschlagten Kosten verglichen werden. Denn regelmäßige Untersuchungen hierüber ergeben jedes Mal aufs Neue, dass sich beträchtliche Kostenunterschiede feststellen lassen. Die Gebühren bewegen sich dabei in einem Spektrum von 4 bis 14 Prozent. Die Abstände entstehen vor allem deshalb, weil einige Versicherungen bereits in den Anfangsjahren sämtliche Kosten für die Verwaltung der Gelder abziehen. Somit wird gleichzeitig auch weniger an Geld gespart und der spätere Ertrag fällt. Andere Fonds berechnen ihre Verwaltungskosten stattdessen gleichmäßig und bieten damit auch höhere Renditechancen.
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