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Fonds: Tipps & Meinungen
Unter der Lupe: Die Nummer 3 der französischen Fonds-Boutiquen
07.02.2011 Viele deutsche Anleger finden immer mehr Gefallen an Fondsanbietern aus dem Nachbarland Frankreich. Zahlreiche Portfolios weisen mittlerweile Aktienfonds der beiden größten Fondsgesellschaften Comgest und Carmignac aus. Grund genug, um auch einmal die drittgrößte unabhängige Gesellschaft Financière de l'Echiquier und einige ihrer Aktienfonds vorzustellen.
Die Fonds verfolgen in der Regel eine Stockpicking-Philosophie, die sich auf europäische Werte konzentriert. Man sucht also nur eine begrenzte Auswahl an Aktien aus, von denen man sich eine besonders günstige Entwicklung verspricht und verzichtet somit auf die länder- oder branchenorientierte Vorgehensweise des Aktienkaufs. Gegründet wurde Financière de l'Echiquier im Jahr 1991 und das Unternehmen betreut aktuell rund 4 Milliarden Euro an Anlegergeldern.
Aktienfonds für unterbewertete Firmen
Der bekannteste Fonds des Anbieters trägt den Namen Agressor (FR 001 032 18 02) und hat einen starken Fokus auf Firmen aus Frankreich, konkret sind es knapp 90 % des Anlagevermögens. Der Ansatz bei diesem Fonds sieht vor, dass beispielsweise in mittlere oder kleinere Unternehmen investiert wird, die sich noch nicht vollständig auf den Börsenmärkten etabliert haben und deshalb besonders hohe Wachstumschancen besitzen.
Ein Beispiel ist das Antriebstechnikunternehmen Somfy, das in den letzten Jahren zwischen 5 und 10 % an Wertwachstum verbuchte und das unter anderem Garagentore oder Rolladen herstellt. Insgesamt konnte der Aktienfonds im Jahr 2010 einen Zugewinn von über 26 % erzielen.
Interessanter Aktienfonds für wachsende Schwergewichte
Mehrheitlich in große Unternehmen investiert der Aktienfonds Echiquier Major (ISIN: FR 001 032 182 8), der in den vergangenen 4 Jahren den Vergleichsindex Stoxx 600 immer schlagen konnte. Der Fonds besitzt derzeit ein Volumen von knapp 690 Millionen Euro und wurde im Jahr 2005 aufgelegt. In den Anlagefokus geraten nur Firmen, die wenigstens vier Milliarden Euro an Börsenwert vorweisen können. Weitere Kriterien für ein Investment sind:
1. Das Unternehmen muss entweder bereits Marktführer in seinem Marktsegment sein oder zumindest das Potential für eine solche Entwicklung besitzen.
2. Firma muss eine Umsatzsteigerung von 5 % pro Jahr aufweisen.
3. Investiert wird nur, nachdem sich die Fondsverantwortlichen mit dem Management der betreffenden Firma persönlich getroffen und so Informationen über die zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung gewonnen haben.
Begrenzter Pool an Firmen
Aktuell kann das dreiköpfige Fondsmanagementteam des Echiquier Major aus rund 130 europäischen Marktführern auswählen. Von diesen Firmen schaffen es aber lediglich rund 50 Werte in das Portfolio des Aktienfonds. Die Liste der vertretenen Werte ist demzufolge sehr klangvoll, beispielsweise befinden sich die Unternehmen Danone, Air Liquide oder Heineken als Einzeltitel in dem Aktienfonds.
Auffällig ist, dass zwar verschiedene Firmen aus dem Industrie- und Konsumbereich enthalten sind, aber nur wenige Firmen aus den Branchen Energie und Telekommunikation. Als Grund gibt man von Seiten der Gesellschaft Financière de l'Echiquier an, dass in diesen Bereichen eben nur wenige Marktführer zu entdecken sind, die gleichzeitig auch noch ausreichend Wachstumspotential besitzen.
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