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Fonds: Tipps & Meinungen
Mikrofinanzfonds
01.01.1970 Bei dem Produkt des Mikrofinanzfonds handelt es sich um ein relativ neues Anlageformat. So wurde der erste Fonds dieser Art erst 2006 aufgelegt. Damals traten unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und die GLS Bank als Emittenten auf. Mit dem Fonds sollten junge Unternehmer mit geringem Kapitalbedarf unterstützt werden. Eine Idee, die weltweit schon länger erfolgreich praktiziert wird.
Hohes Potential für soziales Investment
Der Erfinder der Mikrofinanzfonds, der Wirtschaftswissenschafter Muhammad Yunus, erhielt dafür sogar den Friedensnobelpreis im Jahr 2006. Für die Entwicklung des sozialen Investmentgedankens gibt es aber heute nicht nur Auszeichnungen, sondern auch veritable Renditechancen. Yunus fing mit seiner Idee bereits in den 1970er Jahren an, 1983 etablierte er dann die erste Bank, die sich komplett auf den Bereich Mikrofinanzkredite spezialisierte.
Die Grameen Bank verleiht heute ein jährliches Kreditvolumen von über 7 Milliarden Dollar. Der globale Markt der Mikrofinanzierung wird ferner mit einem Wert von über 30 Milliarden Dollar beschrieben, der von tausenden Mikrofinanzinstitutionen betrieben wird. Ein weiterer Indikator für den Erfolg ist die Steigerung des Kreditvolumens seit 2001 um jährlich 35 Prozent. Zusätzlich stieg die Zahl der Kreditnehmer um 25 Prozent.
Hohe Rückzahlungsquote der Kredite
Verschiedene Studien haben aufgezeigt, dass etwa 1,5 Milliarden Menschen die Unterstützung benötigen würden, aber eben erst ein kleiner Teil von rund 100 Millionen mittlerweile Zugang zu den Mikrokrediten hat. Der ethische Gedanke bei den Kleinstkrediten führt außerdem zu einer beeindruckenden Rückzahlungsquote der Kredite. Mit 98 % ist sie taxiert und erklärt den Erfolg der Mikrofinanzinstitutionen. Diese werden aufgrund der positiven Renditechancen auch immer stärker von institutionellen Investoren umworben.
Für private Anleger ist es nun seit 2007 ebenfalls möglich in Mikrofinanzfonds zu investieren. Das privilegierte Zugangsrecht für institutionelle Anleger wurde mit der Novellierung des Investmentgesetzes beseitigt. Das Anlegergeld fließt zunächst in den jeweiligen Mikrofinanzfonds. Später wird es dann an ein Mikrofinanzinstitut weitergeleitet, das es an die Kreditnehmer auszahlt.
Mikrofinanzfonds direkt anfragen
Die Fonds werden von diversen Banken offeriert, beispielhaft die Dexia, Credit Suisse oder Rothschild. Eine Besonderheit der Fonds liegt darin, dass Kreditgeschäfte normalerweise von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft werden. Da aber hier die Kredite der betreffenden Fonds von ausländischen Mikrofinanzinstituten vergeben werden, fallen sie also nicht unter das Kreditwesengesetz und werden von der BaFin auch nicht durchleuchtet. Deshalb dürfen sie offiziell nur eingeschränkt zugelassen werden. Als Anleger wendet man sich aus diesem Grund besser mit einer direkten Anfrage an eine ausländische Bank, beispielsweise in Luxemburg.
Besondere Anforderungen an Fondsmanagement
Als Anleger können sie aber trotzdem beruhigt sein, denn die Fondsgesellschaften überprüfen die Mikrofinanzinstitute sehr genau. Zudem kann man sich der Qualität des Fondsmanagements gewiss sein, denn für Mikrofinanzfonds gelten besondere Vorgaben. So muss ein Manager für Mikrofinanzfonds neben dem Fachwissen für Investmentgeschäfte auch über beweisbare Kenntnisse verfügen, die speziell den Mikrofinanzbereich betreffen.
Entkopplung von der Weltkonjunktur
Angesichts der derzeitigen weltweiten Konjunkturschwäche, bestechen die Mikrofinanzfonds auch durch ihre ausgeprägte Unabhängigkeit von den wirtschaftlichen Großwetterlagen. Die meisten Kreditnehmer unterhalten ihre Geschäfte nur in einem stark lokal begrenzten Raum. Ansonsten kann man ebenfalls feststellen, dass die Risiken für den Anleger gering sind. Die maximale Gefahr besteht darin, dass ein Kredit nicht bedient wird und die Rendite des Fonds leidet. Aufgrund der geringen Einzelsummen wird die Bedeutung eines solchen Ausfalls aber relativiert. Zudem ist die erwähnt hohe Rückzahlungsquote nicht zu vergessen.
Fazit:
Die Renditen, der bisher aufgelegten Fonds zeichnen daher auch ein überwiegend positives Bild. So lässt sich eine durchschnittliche Rendite von etwa 8 Prozent bescheinigen. Für den Anleger stellen Mikrofinanzfonds demzufolge eine gute Möglichkeit dar, soziales Investment mit einer ansprechenden Rendite zu verbinden
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