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Fonds: Tipps & Meinungen
Frontier Märkte als Alternative zu Schwellenländern
22.11.2010 Schwellenländer sind bekanntermaßen seit etlichen Jahren ein Renner unter den Anlegern. Die Folge davon ist, dass diese Märkte mittlerweile auch recht hohe Bewertungen besitzen. Eine kostengünstige Alternative stellen Frontier Märkte dar, die noch nicht so stark im Fokus der Anleger liegen.
Die Länder kann man grob als Staaten bezeichnen, deren Wirtschaftentwicklung noch unterhalb der Schwellenländer liegt, die aber genau aus diesem Grund besonders hohe Wachstumschancen besitzen. Allerdings ist ein Investment in diesen Ländern auch mit höheren Risiken verbunden.
Die Begriffe Frontier Markets oder Emerging Markets werden oftmals synonym verwendet. Ein Fehler, denn die unterschiedlichen Bezeichnungen haben durchaus ihre inhaltliche Berechtigung. So unterscheiden sich die Märkte oder die Länder speziell hinsichtlich ihrer Größe und in der Ausbildung der Rechtssysteme im Land. Schwellenländer müssen zudem eine bestimmte Anzahl von Unternehmen mit einer gewissen Marktkapitalisierung aufweisen, damit sie ihre Bezeichnung tragen können.
Argentinien als Beispiel für Unterschied
Der Unterschied zwischen einem Schwellenland und dem Begriff Frontier Market wurde im vergangenen Jahr anhand von Argentinien deutlich. Denn das südamerikanische Land verlor laut dem Index MSCI Barra seinen Status als Schwellenland, da es beispielsweise Kapitalkontrollen einführte, nach denen das Umtauschen von fremder Währung in die Landeswährung erschwert wurde.
Unterschiedliche Indizes für Frontier Markets
Als Anleger kann man beim Thema Frontier Markets mittlerweile verschiedene Indizes, wie beispielsweise den erwähnten MSCI Barra vorfinden. Je nachdem unterscheidet sich auch die Gewichtung der vertretenen Regionen, so weisen die Benchmarks von Merrill Lynch oder des MSCI Barra einen starken Fokus auf den Nahen Osten auf. Andere Indizes haben ihren Schwerpunkt stattdessen eher in Lateinamerika. Allerdings stellt man fest, dass es insgesamt aktuell knapp 30 Länder gibt, die man als Frontier Markets übergreifend in allen Indizes vorfindet. Länder aus Mittel- und Osteuropa und dem Nahen Osten sind hierbei am stärksten vertreten.
Index von S & P mit Schwerpunkt auf Nahen Osten
Einen interessanten Indexfonds für den Bereich Frontier Markets und zwar mit Ausrichtung auf den Nahen Osten stellt der S&P Select Frontier ETF (ISIN: LU 032 847 641 0) von db x-trackers dar. Das Fondsmanagement setzt vor allem auf die arabischen Länder, da sie über etwa 60 % der weltweiten Ölreserven verfügen. Angesichts eines in Zukunft sicherlich weiter steigenden Ölpreises, besitzen diese Staaten natürlich sehr gute wirtschaftliche Aussichten. Der Fonds investiert im Nahen Osten unter anderem in die folgenden Länder:
- Kuwait
- Vereinigte Arabische Emirate
- Katar
- Jordanien
- Saudi-Arabien
Länderverteilung des ETFs
Bei der Länderverteilung steht Kuwait mit etwa 28 % an der Spitze. Gefolgt von dem südamerikanischen Land Kolumbien mit knapp 20 %. Daneben sind aber auch noch Länder wie Zypern (6 %) oder Nigeria (5,1 %) vertreten. Bei den Branchen lassen sich vor allem Bereiche wie Finanzen und Telekommunikation entdecken.
Jede Menge Luft nach oben für ETF
Wie eingangs erwähnt, sind Investments in diese Staaten aber besonders risikobehaftet. Der Index S&P Select Frontier verzeichnete für 2009 einen starken Einbruch und notiert aktuell noch immer unter den Werten aus 2008. Allein im Jahr 2010 konnte der ETF aber bereits einen Wertzuwachs von rund 17 % verzeichnen. Für einen Indexfonds besitzt der Fonds recht hohe Verwaltungskosten, diese liegen bei 0,95 % und das Fondsvermögen wird derzeit auf rund 31,7 Millionen US-Dollar beziffert.
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