Fonds: Tipps & Meinungen
Abbildungstechniken bei ETFs: Swap oder Replikation
26.07.2010 Der Erfolg der Indexfonds in den vergangenen Jahren ist phänomenal. Kein anderes Anlageprodukt konnte einen so starken und kontinuierlichen Zufluss an Geldern verbuchen, wie die Indexfonds. Die Gewissheit, dass ein Indexfonds langfristig fast immer die aktiv gemanagten Fonds schlägt und die niedrigen Verwaltungsgebühren sind die Hauptgründe für die Beliebtheit. Lohnenswert ist aber ein Blick auf die Technik, die ein Indexfonds verwendet, um den jeweiligen Index abzubilden. Zwei Varianten lassen sich entdecken: die Swap-Methode und die Replikation.
Abbildung durch Tausch
Die ersten ETFs kamen 1993 zunächst nur in den USA auf den Markt. In Deutschland fiel der Startschuss für den Handel mit Indexfonds sieben Jahre später, also im Jahr 2000. Seitdem sind die monatlichen Umsätze im Bereich der Indexfonds stark gestiegen und haben längst den Milliardenbereich durchbrochen. Die Unterscheidung der beiden Abbildungsmöglichkeiten ist vielen Anlegern trotzdem oftmals nicht bewusst. Dabei handelt es sich aber um grundverschiedene Vorgehensweisen durch das Management des jeweiligen Indexfonds. Bei der ersten Variante, der so genannten Swap-Methodik, wird die Abbildung der Werte des Index durch Tauschgeschäfte realisiert. Hierbei hält der Anbieter des ETFs ein Bündel an Wertpapieren parat, die gar nicht aus dem eigentlichen Index stammen. Dafür vereinbart er mit einem anderen Anbieter, dass dieser die Werte des Index bereitstellt und zwar als Tauschgeschäft für die erwähnten eigenen Wertpapiere.
Vor- und Nachteile der Swap-Technik
Was erst einmal kompliziert klingt, ist auf den zweiten Blick durchaus von Vorteil. Denn durch diese Technik des Tauschens kann ein Index sehr genau abgebildet werden. Die Vereinbarung zum Tausch ist unkompliziert und schnell zwischen den Anbietern abgeschlossen. Der Nachteil der Swap-Technik ist aber, dass der Vertragspartner unter Umständen ausfallen kann, wodurch natürlich auch die Abbildung des Index nicht mehr gesichert ist.
Anteil der Techniken ist gleich am Markt für ETFs
Grundsätzlich besitzen also beide Techniken der Abbildung eines Index ihre Vor- und Nachteile. Eine wirkliche Empfehlung, welche Vorgehensweise zu bevorzugen ist, kann demzufolge auch nicht gegeben werden. Dies beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass die ETFs beziehungsweise die Höhe des verwalteten Vermögens hinsichtlich der beiden Abbildungsvarianten sehr gleichmäßig verteilt sind. Beispielsweise lassen sich im Xetra-Handel etwa gleich viele ETFs entdecken, die entweder nach der Swap-Methode oder der Replikations-Technik vorgehen.
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