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Zertifikatefonds
Von Mathias Bartsch
Bei einem Zertifikatefonds wird das Fondsvermögen in Zertifikate angelegt, die entweder Einzelaktien oder Indizes als Basiswert besitzen. Im Vergleich zum Einzelkauf von Zertifikaten erhält man als Anleger eine größere Sicherheit bezüglich der eingesetzten Investitionen.
Denn das Fondsvermögen gilt als Sondervermögen und schützt somit vor einem Totalausfall, wie er beispielsweise während der Finanzkrise 2008 bei den Zertifikaten der Lehmann Brothers Bank zu beobachten war.
Ein weiterer Vorteil ist die breitere Risikostreuung in der Gegenüberstellung zum Kauf einzelner Zertifikate. Ebenfalls positiv zu bewerten ist der Punkt der möglichen unbegrenzten Laufzeit bei den Zertifikatefonds, den man bei Einzelzertifikaten nicht besitzt. Dies spart Transaktionsgebühren, die ansonsten regelmäßig beim Auslaufen der Zertifikate und einer Neuanlage anfallen würden.
Zertifikatefonds lassen sich grob in drei verschiedene Zertifikatetypen unterscheiden, in die je nach Ausrichtung des Fonds investiert wird:
1. Bonuszertifikate
Anlagepapier, die eine konstante Rendite bieten, wenn der Basiswert, oftmals ist dies der Aktienkurs, eine untere Barriere nicht unterschreitet.
2. Discountzertifikate
Diese Zertifikatsgruppe besitzt aktuell in Deutschland den größten Marktanteil. Die Zertifikate werden zu einem Preis unterhalb des aktuellen Aktienkurses erworben. Ein Umtausch in Aktien ist nach einer festgelegten Zeitspanne möglich. Zu beachten ist aber der so genannte "Cap", der den Gewinn nach oben begrenzt, konkret also die Grenze beim Aktienkurs, bis zu der ein Zertifikat im Wert parallel mit ansteigt.
3. Expresszertifikate
Bei einem Expresszertifikat wird an verschiedenen Stichtagen während der mehrjährigen Laufzeit überprüft wird, ob ein zu Beginn vorgegebenes Kurzniveau erreicht wurde. Wird die vereinbarte Schwelle erreicht, wird das angelegte Geld und der dazugehörige Kupon ausgezahlt. Falls die Grenze verfehlt wird, läuft das Expresszertifikat weiter bis zum nächsten Stichtag, an dem sich die Prozedur wiederholt. Sollten sämtliche Stichtage, in der Regel vier bis fünf, nicht zum Erfolg führen, wird das Zertifikat in ein Partizipationszertifikat umgewandelt und führt zu Verlusten, wenn der Kurs gefallen ist.
Höhere Kosten
Die Zertifikatefonds gehören in der Kostenstruktur zu den teuren Produkten. So liegen die jährlichen Managementgebühren durchschnittlich sehr hoch, da der Anleger mit einer doppelten Gebühr belastet wird, ähnlich wie bei Dachfonds. Neben den Gebühren auf der Fondsebene fallen zusätzlich Gebühren beim Emittenten der Zertifikate an.
Fazit:
Zertifikatefonds können durch die Investments in Discountzertifikate oder Bonuszertifikate auch in seitwärts oder moderat abwärts gerichteten Marktphasen Gewinne erreichen.
Zudem ist man als Anleger bei einem Konkurs der Fondsgesellschaft geschützt und erspart sich durch den Fonds selbstständig aus der riesigen Masse von etwa 200 000 Zertifikaten auszuwählen. Negativ zu verzeichnen sind aber die hohen Fondsgebühren.
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