Deutsche REITs - Bisher geringe Anzahl
Von Mathias Bartsch
Die Anzahl an Unternehmen in Deutschland, die sich seit 2007 als REITs registriert haben, ist noch sehr überschaubar. Aktuell gibt es nur eine Handvoll Firmen und eine ähnliche Anzahl von Aktiengesellschaften, die einen Umwandlung in diese Rechtsform zumindest planen. Neben den deutschen REITs kann man als Anleger aber natürlich auch eine Vielzahl von internationalen REITs nutzen.
Schlechtes Timing beim Start
Ein Grund, warum die deutsche REIT-Landschaft noch spärlich besiedelt ausfällt, ist sicherlich das ungünstige Datum der Einführung. Nur kurze Zeit nach der Zulassung der deutschen REITs durch den Gesetzgeber schwappten auch schon die ersten Ausläufer der Hypothekenkrise in den USA nach Europa. Die folgende Krise der Finanz- und Weltwirtschaft war somit ein sehr schwieriges Umfeld, um die neue Anlageklasse in Deutschland zu etablieren.
G-REIT - Name für deutsche Anbieter
Die wenigen Firmen, die in Deutschland als REITs konzipiert sind, werden als G-REITs bezeichnet, wobei die Abkürzung für German Real Estate Investment Trust steht. Die erste Firma dieser Art war die Alstria Office AG, die 2007 im Handelsregister als alstria office REIT-AG eingetragen wurde. Nur wenige andere Firmen sind wie gesagt bisher gefolgt und haben den Schritt zur Umwandlung in einen REIT vollzogen.
Wohnungsbestand in deutschen REITs begrenzt
Im Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften aus dem Jahr 2007 wurde eine Besonderheit festgelegt, die deutsche REITs im internationalen Vergleich unterscheidet. So dürfen die G-REITs nicht in Wohnimmobilien investieren, die zu 50 Prozent oder mehr durch Wohnungen belegt sind und vor dem 1. Januar 2007 errichtet wurden. Dies hat den Hintergrund, dass von Seiten der Politik die Befürchtung auftrat, dass Mietwohnungen durch diese Form der Privatisierung teurer und beispielsweise ein weiterer sozialer Wohnungsbau in betreffenden Immobilien erschwert werden.
Mieterschutz und Renditeerwartungen
Dass diese Bedenken in Sachen Mieterschutz nicht ganz von der Hand zu weisen sind, zeigen die Beispiele von Private Equity Firmen, die in Deutschland in großem Stil Wohnungsgebäude gekauft haben. So hatte sich beispielsweise die Stadt Dresden zu einem solchen Schritt entschlossen, um die Finanzen des Stadthaushalts zu sanieren. Ob die Zusagen des Käufers, die Firma Fortress, hinsichtlich der Sozialverträglichkeit beispielsweise beim Punkt von zukünftigen Verkäufen eingehalten werden, ist zumindest fragwürdig. Abzulesen beispielsweise an ersten Gerichtsverfahren, zwischen der Stadt und einer Unternehmenstochter von Fortress, über genau diese Sachverhalte.
Erfahrungen aus den USA zeigen zudem, dass sich REITs als Vermieter wesentlich renditeorientierter verhalten, verglichen mit kommunalen Wohngesellschaften. Durch die oftmals überregional orientierten REITs ist auch eine eventuelle Einbindung in lokale Bündnisse wie beispielsweise einem Quartiersmanagement schwieriger.
Nachteil von deutschen REITs im Vergleich zu internationalen Anbietern
Für Anleger hat der weitgehende Ausschluss von Wohnimmobilien aber den Nachteil, dass die G-REITs weniger diversifiziert sind. Das Hauptaugenmerk liegt auf Gewerbeimmobilien, deren Mieteinnahmen oftmals schwankunkungsanfälliger sind, verglichen mit Mietimmobilien. Der Grund ist recht einfach, kündigt ein Mieter in einer Gewerbeimmobilie seinen Vertrag, steht schnell einmal ein größerer Teil eines Gebäudes leer und beträchtliche Einnahmen können verloren gehen.
Aufgrund der in der Regel kleineren und stärker aufgeteilten Wohnungsanteile von privaten Mietern an der Gesamtfläche einer Immobilie, würden hier einzelne Kündigungen natürlich weniger stark ins Gewicht fallen.
Kommentare zu Deutsche REITsG-REIT
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