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Private Equity Fonds: Unternehmensbeteiligung auch für private Anleger

Von Hans Frießem

Erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen brauchen stets neues Kapital, um innovative Produkte zu entwickeln, die eigenen Marken zu stärken und sich im Wettbewerb durchzusetzen. Lange Zeit konnten nur Großanleger wie Banken oder Versicherungskonzerne in Unternehmen investieren, deren Anteile nicht an den Börsen gehandelt wurden. Durch den Kauf von Private Equity Fonds können heute auch private Investoren die Erfolgschancen dieser Unternehmen nutzen.

Private Equity: Direkte Beteiligung an Unternehmen

Der Begriff "Private Equity" bezeichnet eine private Unternehmensbeteiligung beispielsweise in Form einer Kommanditeinlage – im Gegensatz zu "Public Equity", der Beteiligung an einem Unternehmen durch Kauf seiner Aktien am öffentlichen Wertpapiermarkt.

Investieren Sie in stabile Unternehmen mit guten Wachstumschancen

Die ersten Private Equity Fonds wurden vor rund 20 Jahren in den USA aufgelegt, seit einiger Zeit finden sie auch in Europa Verbreitung. Private Equity Fonds investieren gezielt in Firmen mit günstigem Rendite-Risiko-Verhältnis, stabiler Marktposition und attraktiven Erträgen.

Viele Private Equity Fonds sind Dachfonds, sie beteiligen sich nicht direkt an Firmen, sondern investieren das Geld ihrer Anleger wieder in andere Fonds, um eine Risikostreuung über möglichst viele Branchen und Unternehmen zu erreichen. Private Equity Fonds spielen heute eine wichtige Rolle in der Wirtschaft – rund 15 Prozent des weltweit investierten Kapitals kommt von Private-Equity-Geldgebern.

Mit Gewinn verkaufen ist das Ziel

Ziel eines Private Equity Fonds ist es, das Unternehmen ("Target") während der Beteiligungsdauer gewinnträchtiger und damit wertvoller zu machen. Um sehr große Unternehmen kaufen zu können, bilden Private-Equity-Fonds häufig Bietergemeinschaften.

In der Regel wird eine Mehrheitsbeteiligung angestrebt, um die Geschäftspolitik des Zielunternehmens optimal steuern zu können. Private Equity Fonds halten ihre Firmenanteile im Schnitt drei bis zehn Jahre lang, um sie danach möglichst mit Gewinn wieder zu verkaufen ("Exit")

Redaktionstipp: Breit investieren, Risiko streuen

Wenn Sie Ihr Risiko verringern wollen, setzen Sie auf Private Equity Fonds, die in möglichst viele Unternehmen investieren: Je größer die Zahl der Beteiligungen, desto eher kann der Fonds eine einzelne Firmenpleite verschmerzen. Ausführliche Informationen zum Portfolio der verschiedenen Private-Equity-Anbieter finden Sie in den Fondsprospekten, die meist online abrufbar sind.

Ein Private Equity Fonds braucht fähiges Management

Als Fondsanleger sind Sie anteilig am späteren Verkaufsgewinn beteiligt, Sie haften nur mit ihrer Einlage. Um die Geschäftsführung kümmert sich das Fondsmanagement, vom seinem Geschick hängt der Erfolg des Fonds ab. Private Equity Fonds verlangen häufig eine Mindestanlage – als Privatinvestor können Sie je nach Anbieter ab rund 2.500 Euro einsteigen. Sogar als Ratensparpläne werden Private Equity Fonds heute angeboten – als Anleger zahlen Sie monatlich einen festen Betrag ein, dafür erhalten Sie Fondsanteile in entsprechender Höhe.

Im Unterschied zu Aktien- oder Rentenfonds handelt es bei Private Equity Fonds um geschlossene Fonds: Sobald das Kapital in Höhe des geplanten Investitionsvolumens eingezahlt ist, wird der Fonds geschlossen und keine weiteren Anteile mehr ausgegeben. Private-Equity-Fonds werden nicht an der Börse gehandelt. Wenn Sie Ihre Fondsanteile vorzeitig verkaufen wollen, müssen Sie in der Regel selbst einen Käufer finden.

Beachten Sie:

Mit dem Kauf von Private Equity Fonds tätigen Sie eine unternehmerische Investition mit hohen Gewinnchancen, aber auch mit allen Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Private Equity Fonds eignen sich deshalb nur für chancenorientierte Anleger mit hoher Risikobereitschaft, die bereit sind, ihr Geld über mehrere Jahre fest anzulegen.

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