Mit LV-Fonds investieren Sie in laufende Lebensversicherungen
Von Hans Frießem
Lebensversicherungen als Altersvorsorge sind seit vielen Jahren bei den Deutschen beliebt. Doch nicht jeder will seine Police bis zum Ablauftermin behalten – über die Hälfte aller Verträge wird vorzeitig beendet.
Löst man seine Lebensversicherung frühzeitig auf, berechnet der Versicherer hohe Abschläge für Verwaltungs- und Vertriebskosten. Dieses Problem machen sich die Lebensversicherungsfonds (LV-Fonds) zunutze: Sie kaufen gebrauchte Lebensversicherungen in großer Zahl auf, führen die Policen bis zum Laufzeit-Ende weiter und kassieren die gesamte Ablaufleistung.
So ergibt sich ein Vorteil für beide Parteien – der Verkäufer erzielt einen besseren Preis als bei vorzeitiger Rückgabe an die die Versicherung, der Lebensversicherungsfonds zahlt weniger als den echten Wert des Vertrags, bekommt aber später die volle Auszahlung.
Tipp der Redaktion:
Gute LV-Fonds zeichnen sich durch eine breite Streuung der angekauften Policen auf viele verschiedene Versicherungsunternehmen aus – dadurch verringert sich das Anlagerisiko, falls eine einzelne Versicherungsgesellschaft zahlungsunfähig wird. Deutsche Lebensversicherungen sind im Insolvenzfall durch eine brancheneigene Auffanggesellschaft geschützt, die Protektor Lebensversicherungs-AG.
Attraktive Renditechancen, ausgewogenes Risiko
Die Ablaufleistung der vom LV-Fonds aufgekauften Policen wird später an die Fondsanleger ausgeschüttet. Weil die Policen unterschiedliche Fälligkeitstermine haben, können LV-Fonds über die Laufzeit mehrfach Erträge auszahlen. Lebensversicherungsfonds sind geschlossene Fonds – ihre Anteile werden nicht an den Börsen gehandelt, ein Verkauf vor Ende der Laufzeit ist nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Laufzeit von LV-Fonds liegt in der Regel zwischen 8 und 15 Jahren, Privatanleger können ab rund 5.000 Euro einsteigen. Beim Kauf wird oft ein Ausgabeaufschlag ("Agio") von 5 Prozent fällig.
LV-Fonds mit deutschen Policen sind besonders sicher

LV-Fonds sind geschlossene Fonds: Wenn das benötigte Kapital eingesammelt ist, wird der Fonds geschlossen und das Geld in Versicherungspolicen investiert, weitere Fondsanteile werden nicht ausgegeben. Lebensversicherungsfonds mit deutschen Policen sind für den Anleger besonders sicher, denn deutsche Lebensversicherer zahlen bei Fälligkeit eine garantierte Mindestablaufleistung, so kann der Fonds sicher kalkulieren.
LV-Fonds mit amerikanischen oder britischen Lebensversicherungen bieten höhere Renditechancen, aber auch mehr Unsicherheit in der Wertentwicklung, denn die dortigen Lebensversicherer garantieren keine Mindestauszahlung.
Deutsche, britische oder US-Lebensversicherungen?
Britische Lebensversicherer dürfen deutlich mehr Kundengeld in Aktien investieren als deutsche Unternehmen, garantierte Ablaufleistungen zahlen britische Versicherer nicht. LV-Fonds mit britischen Policen sind deshalb stärker von den Schwankungen der Börsen betroffen als Fonds, die ausschließlich in deutsche Lebensversicherungen mit ihrer strengen staatlichen Kontrolle investieren.
Amerikanische LV-Fonds kaufen vor allem reine Risikopolicen auf, die nur bei Tod des Versicherten fällig werden. Ein makabres Geschäft: Je mehr Versicherungsnehmer sterben, desto höher sind die Erträge des Fonds. Bei britischen und amerikanischen LV-Fonds tragen Sie als Anleger außerdem das Währungsrisiko. Steigt die Fondswährung gegenüber dem Euro, machen Sie zusätzlichen Gewinn – umgekehrt sind Verluste möglich, wenn die Währung der angekauften Versicherungspolicen während der Fondslaufzeit an Wert verliert.
