Infrastrukturfonds: Investition in Stromnetze, Flughäfen und Verkehrswege
Von Hans Frießem
Ob Energieversorgung, Kommunikation oder Transport – ohne eine moderne Infrastruktur geht heute nichts. Mit Infrastrukturfonds können Sie sich auch als Privatinvestor an großen Projekten beteiligen.
Infrastrukturfonds finanzieren mit dem Geld ihrer Anleger Flughäfen, Kraftwerke, Eisenbahnen, Krankenhäuser, Kanalnetze, Straßen und mehr. Investments in Infrastrukturprojekte ermöglichen langfristig verlässliche Erträge, das Anlagerisiko ist relativ gering.
Bedarf an Investitionen im Infrastrukturbereich steigt weltweit
Selbst öffentliche Projekte werden heute oft mithilfe privater Infrastrukturfonds verwirklicht: Fonds finanzieren den Bau von Straßen, Brücken, Tunneln oder Anlagen zur Wasser-, Gas- und Stromversorgung und vermieten sie an die eigentlichen Betreiber – Bund, Länder, Kommunen oder private Unternehmen. Davon profitieren beide Seiten: Der Betreiber senkt seine Kapitalbindung und steigert seine Liquidität, der Infrastrukturfonds erzielt oft eine attraktive Rendite für seine Anleger.
Es gibt Fonds mit breiter Streuung, die in eine Vielzahl verschiedener Branchen und Regionen investieren, um das Risiko zu verteilen. Andere Infrastrukturfonds finanzieren gezielt Einzelprojekte wie Kliniken, öffentliche Bauten oder mautpflichtige Verkehrswege. Die Laufzeit von Infrastrukturfonds liegt meist zwischen 5 und 10 Jahren, als Privatanleger können Sie sich ab rund 10.000 Euro beteiligen.
Infrastruktur-Unternehmen bringen meist sichere Erträge
Infrastrukturfonds sind weniger stark von der wirtschaftlichen Lage abhängig als Aktienfonds, Unternehmensanleihen und viele andere Beteiligungsformen. Stromnetze, Verkehrswege oder Kraftwerke werden in guten wie in schlechten Wirtschaftszeiten gebraucht, die Erträge fließen meist nachhaltig und verlässlich an den Infrastrukturfonds zurück. In ihrer monopolähnlichen Stellung können Kraftwerksbetreiber, Wasserwerke oder Gasversorger steigende Kosten und Inflation leichter auf die Preise umlegen als andere Unternehmen.
Die Verbraucherentgelte sind oft über Jahre hinweg vertraglich festgelegt, die Einnahmen sind deshalb gut planbar. Infrastrukturprojekte haben zudem eine besonders sichere Marktstellung, weil vergleichbare Vorhaben an ähnlicher Stelle meist unrentabel sind – neben ein bestehendes Gas- oder Stromnetz wird beispielsweise kaum ein Wettbewerber ein zweites bauen.
Tipp der Redaktion: Am besten wenig Fremdkapital einsetzen
Trotz relativer Sicherheit ist der Kauf von Infrastrukturfonds ein unternehmerisches Investment mit Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken. Achten sie vor dem Kauf darauf, dass Ihr Infrastrukturfonds nicht mehr als 20 bis 30 Prozent seines Kapitalbedarfs aus Bankkrediten deckt.
Liegt die Rendite der vom Fonds finanzierten Infrastruktur-Projekte unter den Zinskosten für das aufgenommene Fremdkapital, drückt das erheblich auf den Fondsgewinn und den Wert Ihrer Fondsanteile. Informationen zur Fremdkapitalquote finden Sie im meist online einsehbaren Fondsprospekt.
Was ist Infrastruktur?
Der Begriff Infrastruktur bezeichnet alle Grundeinrichtungen, die das Funktionieren einer modernen Volkswirtschaft gewährleisten – dazu zählen Wasser- und Energieversorgung, Gesundheitssystem, Telekommunikation, Abfallwirtschaft, Rundfunk, Kindergärten, Schulen und Universitäten, öffentliche Verkehrsmittel, Straßen, Rad- und Gehwege und vieles mehr. Träger kann der Staat sein (z.B. Schulen, Polizei, öffentliches Straßennetz), aber auch private Unternehmen (Fluglinien, Hotels, Kabelfernsehen, Flughäfen usw.).
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