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Kaufen oder verkaufen? Wichtige Aktien-Kennzahlen
Von Franz von den Driesch
Vorhersehbar ist die Entwicklung von Aktienkursen nicht – doch gibt es hilfreiche Bewertungsmethoden:
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Anleger sind stets auf der Suche nach unterbewerteten Aktien. Dabei richten sie ihr Augenmerk vor allem auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Die wohl bekannteste Bewertungskennziffer errechnet sich aus dem Aktienkurs dividiert durch den Gewinn je Dividendentitel. Doch vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Verwerfungen sollten sich Investoren nicht ausschließlich auf das KGV verlassen.
"Problematisch ist vor allem, dass die Gewinnschätzungen der Analysten oft zeitverzögert veröffentlicht werden", meint Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors. Schrauben die Analysten optimistische Gewinnerwartungen zurück, klettert jedoch auch das KGV. Dies bedeutet nun nicht, dass Investoren das KGV nicht beachten sollten. Allerdings sollten sich kaufwillige Anleger nicht ausschließlich vom KGV leiten lassen. Experte Naumer empfiehlt generell, dass "vorab immer mehrere Kennzahlen geprüft werden sollten".
Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)
Wichtige Informationen liefert auch das Kurs-Buch-Verhältnis (KBV). Mit dieser Kennzahl erfahren Anleger etwas über den inneren Wert eines Unternehmens. Ein KBV errechnet sich vereinfacht ausgedrückt aus der Summe der Aktiva abzüglich der Verbindlichkeiten. Doch auch das KBV hat durchaus seine Schwächen und sollte daher nicht isoliert betrachtet werden. So schlagen sich beispielsweise hohe Verluste, durch die das Eigenkapital belastet wird, erst zeitversetzt im Buchwert nieder. Vor allem bei jungen und aufstrebenden Firmen sowie High-Tech-Unternehmen mit stark schwankenden Vermögenswerten, ist das KBV mit Vorsicht zu genießen.
Dividendenrendite
Auch die Dividendenrendite ist nicht das Maß aller Dinge. Zwar beschert die Ausschüttung dem Anleger einen zusätzlichen – vom möglichen Kursgewinn – zusätzlichen Ertrag. Wie hoch dieser ausfällt, steht aber in den Sternen. Denn die Dividendenrendite fußt lediglich auf Analystenschätzungen. Und die sind laut Experten derzeit immer noch äußerst optimistisch.
Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) sollten Sparer ebenfalls mit Vorsicht genießen. Problematisch ist vor allem, dass aus dem Ruder laufende Kosten zunächst keine Auswirkungen auf das KUV haben. Zudem muss es wie das KGV mit den Werten der Konkurrenz verglichen werden. Auf der anderen Seite können mit Hilfe des KUV, dass das Verhältnis des Aktienkurses zum Konzernumsatz je Aktie widerspiegelt, auch Unternehmen bewertet werden, die rote Zahlen schreiben.