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                  Währungsanleihen - viele Faktoren beeinflussen Kurse und Renditen

                  Von Matthias Nemack

                  Anleihen haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Formen verstärkt etablieren können. zuletzt wurden viele Verbraucher wieder auf die Notwendigkeit alternativer Geldanlagen aufmerksam, weil Experten daraufhin wiesen, dass die typischen Produkte wie ein Festgeldkonto nach Inflationsbereinigung langfristig weniger als Sparmodell taugt, sondern vielmehr ein Ansatz zur Vernichtung von Ersparnissen ist. Gleiches gilt für die durchschnittlich verzinsten anderen Geldanlagen.

                  Im Bereich der Anleihen gibt es neben den Unternehmens- und Staatsanleihen auch die so genannten Währungsanleihen. In Fachkreisen werden diese mitunter auch als Fremdwährungsanleihen bezeichnet. Schlicht aus dem nahe liegenden Grund, weil diese Anleihenmodelle nicht in der hierzulande verwendeten Gemeinschaftswährung Euro feilgeboten werden. Ausgegeben werden diese Anleihen auf dem Markt in unterschiedlichen Währungen. Eine ganze Weile lang waren etwa vor allem Produkte aus dem osteuropäischen Raum sehr gefragt bei den Anlegern.

                  Auch für den Laien reicht in der Regel ein kurzer Blick auf die Devisenkurse, um eines zu erkennen: Das Investitionsrisiko bei den Währungsanleihen ist deutlich größer als bei vielen anderen Anlageformen. Denn einerseits besteht in diesem Zusammenhang ein generelles Risiko über den eigentlichen Wechselkurs. Schließlich müssen potentielle Anleger zunächst einmal Euro in die jeweilige Fremdwährung eintauschen, über überhaupt aktiv werden zu können. Steht der Wechselkurs schlecht, aber die Anleihe günstig, gilt es wie so häufig Kosten und Nutzen genau abzuwägen. Andererseits unterliegen viele Devisen teils erheblichen Kursschwankungen, die sich in direkter Form auf den Wert bzw. den Kurs der erworbenen Anleihen auswirken.

                  Keine nationale Bindung für Anleihenausgabe

                  Die Emission dieser besonderen Anleihen kann, muss aber nicht zwangsläufig aus der Heimat des Emittenten erfolgen, auch von anderen Märkten aus können die Anleihen in den Handel gebracht werden. Der Anschaffungspreis der Währungsanleihen richtet sich stets danach, wie der Devisenkurs zum Zeitpunkt des Erwerbs liegt. Gleiches gilt auch für den Verkauf oder Eintausch der Währungsanleihen. Der Wert der Anleihen errechnet sich nach dem Kauf aus dem jeweils gültigen Wechselkurs zum Euro (für deutsche Investoren). Auch die Kupons und der Nennwert der Währungsanleihen müssen nach dem Erwerb von den Anlegern in Euro getauscht werden.

                  Wie so oft beim Investieren gilt auch bei den Währungsanleihen die goldene Regel: Das Risiko kann für die Käufer ebenso als Chance verstanden werden. Denn die Devisenkurse können natürlich auch in positiver Weise einer Veränderung unterliegen, so dass die jeweilige Fremdwährung der Referenzwährung Euro gegenüber zulegt und somit der Wert der Anleihen steigt. Diese vorteilhaften Entwicklungen können selbstverständlich nicht nur hinsichtlich des Euro ein Rendite-Plus einbringen, auch anderen Währungen gegenüber bestehen diese Erfolgsaussichten. Vergessen werden darf bei Investitionen in Währungsanleihen insbesondere für kleinere Anleger grundsätzlich nicht, dass sich nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Veränderungen auf die Devisenkurse und somit auch auf den Wert der Anleihen auswirken können. Auch zinsliche Veränderung wirken sich auf die Devisenkurse aus. Steigen die Zinsen auf dem jeweiligen Markt, sinken meist die Kurse der Anleihen. Verluste drohen aber vor allem dann, wenn es zu einer Abwertung der Währung kommt, in der die Anleihen emittiert wurden.

                  Doppelanleihen und Festverzinsung

                  Jedoch bieten spezielle Produkte die Möglichkeit, die erwähnten Währungsrisiken im Vorhinein zu umgehen. In diesem Fällen investieren die Anleger in Währungsanleihen, die Kurssicherung beinhalten. Verluste aus dem üblichen Umrechnungsvorgang entstehen hierbei nicht. Wichtig für Anleger ist in jedem Fall, dass sie eine bessere Nomimalverzinsung erhalten als Anleihe zum Zeitpunkt der Veräußerung über den Währungsverluste an Wert eingebüßt hat. Eine Variante der Währungsanleihen stellt die so genannte Doppelwährungsanleihe dar. Dieses spezielle Produkt erfolgt in der Regel wie folgt: Eine Anleihen wird hierbei in einer Währung ausgegeben und verzinst, Tilgungsvorgänge indes werden vielfach in einer zweiten involvierten Währung (mit einem festen Basiswert) abgewickelt. Dieses Modell der Währungsanleihen wird vorrangig von Konzernen aus der Industrie verwendet, um neues Kapital für Investitionen zu erhalten.

                  Steuerlich stuft der Fiskus die Währungsanleihen in der gleichen Kategorie ein, in der auch die Wertpapiere mit Festverzinsung beheimatet sind. Zinserträge müssen nach Umwandlung in den Euro über die Abgeltungssteuer versteuert werden. Auf dem gleichen Wege liegt auch eine Versteuerungspflicht für Gewinne aus Kursschwankungen vor, die bei den Währungsanleihen realisiert werden, gleiches gilt für Gewinne infolge einer Währungsaufwertung.

                  Börsenprofis weisen stets darauf hin, dass Währungsanleihen zwar lange Zeit als recht sicheres Investment galten. Von einer faktischen Investitionssicherheit kann jedoch nicht gesprochen werden. Nur Anleger mit ersten Erfahrungen und dem nötigen Know-how sollten in diesem Bereich spekulieren. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass in den vergangenen Jahren etliche gute Optionen bestanden, die vorrangig auf die wirtschaftlichen Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union zurückzuführen waren. Viele Anleihen verzeichneten in Folge der Währungsangleichungen ordentliche Kursgewinne. Das Risiko hoher Verluste sollte aber zumeist von einer Investition abschrecken, wenn die investierten Summen nicht langfristig entbehrlich sind.

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