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Rating – eine Hilfe bei der Beurteilung der Bonität
Von Diana Rothermel
AAA und Aaa sind die besten Ratings, die eine verzinsliche Anleihe haben kann. Unabhängige Rating-Agenturen beurteilen die Emittenten in regelmäßigen Abständen.
Die Bonität des Emittenten ist eine sehr wichtige Komponente für die Entscheidungsfindung zum Kauf einer verzinslichen Anleihe. Das Bonitätsrisiko oder auch Emittentenrisiko liegt in der Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners (Emittenten). Eine termingerechte Erfüllung der Zins- und Tilgungsleistungen kann dabei vorübergehend oder endgültig nicht erbracht werden. Das Bonitätsrisiko ist höher, je länger die Restlaufzeit ist. Denn auch während der Laufzeit ist eine Veränderung möglich.
Rating bewertet die Wahrscheinlichkeit termingerechter Zahlungen
Das Rating ist eine Bewertung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schuldner die Zins- und Tilgungszahlungen für seine von ihm emittierten Wertpapiere pünktlich und vollständig erfüllt. Unabhängige Rating-Agenturen erstellen das Rating. Ein solches kann sich während der Laufzeit der Anleihe verändern, was meist Auswirkungen auf den Kurs des Wertpapieres hat.
Beim Rating findet die gesamtwirtschaftliche Situation des Landes, in dem der Emittent seinen Sitz hat, der Ausblick der Branche sowie die individuelle Situation des Emittenten Berücksichtigung.
Eine sehr gute Bonität und ein sehr gutes Rating haben beispielsweise Bundeswertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland emittiert (herausgegeben) werden. Wegen dieser hohen Sicherheit ist der Zinssatz in der Regel niedriger als für Anleihen mit einem nicht so guten Rating.
Es gibt jedoch nicht für alle Anleihen ein Rating. Eine Anleihe, für die bisher keines erstellt wurde, muss deshalb nicht schlecht sein.
Rating auch kritisch betrachten
Gerade in der Finanzkrise mit der Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers Inc., die noch wenige Tage vor dem Bankrott gute Ratings erhielt, hat es sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, ein Rating auch kritisch zu betrachten.
Redaktions-Tipp:
Das Rating kann ein Bestandteil für die Entscheidungshilfe sein. Als "normaler" Anleger sollten Sie sich nur für Anleihen mit sehr gutem bis gutem Rating entscheiden.
Ein Rating ersetzt aber nicht ein eigenes Urteil zum Unternehmen und dem Branchenausblick! Und es gilt immer der Grundsatz, nicht zuviel Geld auf ein Pferd zu setzen, sondern zu diversifizieren.
Die bekanntesten Rating-Agenturen sind: Standard & Poor’s ( S&P), Moody`s und Fitch.
Nachfolgender Tabelle können Sie die Erläuterung der jeweiligen Ratingsymbole für sehr gute und gute Anleihen entnehmen:
| Bonitätsbewertung | S & P | Moody’s | Fitch |
|---|---|---|---|
| Sehr gute Anleihen | |||
| Beste Qualität, geringstes Ausfallrisiko | AAA | Aaa | AAA |
| Hohe Qualität, aber etwas größeres Risiko als die Spitzengruppe | AA+ AA AA- |
Aa1 Aa2 Aa3 |
AA+ AA AA- |
| Gute Anleihen | |||
| Gute Qualität, viele gute Investmentattribute, aber auch Elemente, die sich bei veränderter Wirtschaftsentwicklung negativ auswirken können |
A+ A A- |
A1 A2 A3 |
A+ A A- |
| Mittlere Qualität, aber mangelnder Schutz gegen die Einflüsse sich verändernder Wirtschaftsentwicklung |
BBB+ BBB BBB- |
Baa1 Baa2 Baa3 |
BBB+ BBB BBB- |
(Quelle: Handelsblatt)
Weitere Kategorien sind spekulative Anleihen und Ramschanleihen (Junk Bonds). Die Ratingsymbole dafür reichen weiter bis zum Buchstaben D. Alle Anleihen mit Rating, welches nicht in oben stehender Tabelle zu finden ist, sind nur für den sehr risikobewussten Anleger bestimmt.