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                  Anleihen: Tipps & Trends

                  Länderanleihen: Geringes Risiko, hohe Rendite

                  Franz von den Driesch

                  01.01.2009 Die Ausfallwahrscheinlichkeit von Länderanleihen ist äußerst gering. Dennoch rentieren diese Bonds deutlich höher als Bundesanleihen.

                  Bundesländer sind genauso klamm wie der Staat. Daher zapfen auch Hessen, das Saarland und weitere Länder den Kapitalmarkt an. Der Unterschied: Bundesländer-Anleihen locken mit weitaus attraktiveren Renditen als Staatsanleihen. So kassieren Anleger, die einen Teil ihres Ersparten in fünfjährige Länderanleihen investieren, eine Rendite von bis zu 3,3 Prozent ein. Gegenüber einer Bundesanleihe mit vergleichbarer Restlaufzeit ist das ein Plus von gut 0,7 Prozentpunkten. "Vor dem Ausbruch der Krise schwankten die Spreads von Länder- gegenüber Bundesanleihen in der Regel in einer Spanne von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten", erklärt Matthias Kreie, Rentenanalyst der Nord LB.

                  Erfahrene Anleger wissen jedoch: Dort, wo höhere Risiken winken, lauern auch Gefahren. Für Bundesländer-Papiere trifft dies allerdings nur bedingt zu: "Der hohe Renditeunterschied spiegelt nicht das geringe Risiko wider, das Anleger mit Länderanleihen eingehen", meint Claudia Wind, Rentenanalystin der Helaba. In der Tat ist die Gefahr, dass Gläubiger von Länderanleihen nicht bedient werden, äußerst gering. Schon allein aufgrund des Länderfinanzausgleichs werden finanzielle Schieflagen einzelner Bundesländer präventiv verhindert.

                  Selbst wenn der äußert unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass ein Land in Zahlungsschwierigkeiten gerät, besteht kein Grund zur Sorge. "Gemäß Verfassung bilden Bund und Länder eine Schicksalsgemeinschaft. Im Extremfall kann ein Bundesland Hilfe des Bundes sogar einklagen", weiß Kreie. „Mit Länderanleihen sichern sich Anleger eine vergleichsweise hohe und risikoarme Rendite“, fügt Christoph Kind, Leiter Asset Allocation der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust, hinzu.

                  Und welche Rolle spielen dann die von S&P und Moody´s unterschiedlichen Länder-Ratings? Eine untergeordnete, meinen Experten: "Letztendlich können sich Privatanleger die Anleihen mit der höchsten Rendite herauspicken", meint Claudia Wind. Untermauert wird diese Empfehlung von der Ratinggesellschaft Fitch, die alle Länder-Anleihen unisono mit einem Dreifach-A-Rating bewertet. In die Bewertungen der Bonitätsprüfer von S&P und Moody´s fließt hingegen unter anderem auch der – an sich bedeutungslose – Verschuldungsgrad der jeweiligen Bundesländer ein.

                  Die im Vergleich zu Bundesanleihen höhere Rendite der Länder-Bonds begründen Experten vor allem mit der für institutionelle Investoren zu geringen Liquidität. "Für Privatanleger ist die Liquidität jedoch vollkommen ausreichend. Die Papiere können jederzeit über die Börse ge- und verkauft werden", meint Analystin Wind, die Anlegern in erster Linie Papiere am kurzen Ende empfiehlt.

                  Gegenüber festverzinslichen Wertpapieren mit langer Restlaufzeit weisen "Kurzläufer" eine geringere Zinssensitivität auf. Im Vergleich zu Anleihen am langen Ende fallen bei steigenden Zinsen die Kursverluste geringer aus. Und: Die Gefahr, dass die Zinsen schon bald wieder zulegen werden, ist durchaus vorhanden. Vor allem die expansive Geldpolitik nährt die Befürchtung, dass die Inflation mittelfristig ansteigen könnte. So rechnet etwa der Leiter des Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar, für die Zeit nach 2010 mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent.


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