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Kaufen oder Bauen? Die Grundsatzentscheidung - Teil 1
Von Eike Schulze
Die wichtigste Frage auf dem Weg zu den eigenen vier Wänden stellt sich für den Interessenten ganz am Anfang: lieber bauen oder kaufen? Da die selbstgenutzte Immobilie meist ein beinahe lebenslanger Begleiter ist, hat eine Fehlentscheidung gravierende Folgen.
Der erste Schritt: Wo möchte ich wohnen?
Manchmal bestimmt schon die Tatsache, welche Lage der zukünftige Eigentümer bevorzugt, ob für ihn eher ein Neubau oder Altbau in Frage kommt. Wer gerne mitten in der Stadt leben möchte, der hat eigentlich keine Wahl, er muss sich für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung entscheiden.
Nur selten, vor allem in großen Städten, sind noch Baulücken oder Baugebiete vorhanden. Die Grundstückspreise sind dementsprechend hoch und für den Otto-Normal-Bauherren praktisch nicht mehr erschwinglich. Wer dennoch nicht auf eine Neubauqualität verzichten möchte, für den kommen Altbauten, die auf Neubauniveau modernisiert wurden, in Frage.
Die Wohnlagen im Überblick:
- Einfache Wohnlagen liegen meist in den (ehemaligen) Arbeitervierteln der Städte. Hier findet man einfache Wohnungen und Häuser zu meist günstigen Preisen. Allerdings sind diese Objekte später auch nur schwer verkäuflich.
- Mittlere Wohnlagen zeichnen sich durch ein akzeptables Preis-/Leistungsverhältnis aus. Hier lassen sich durchaus noch preiswerte Objekte finden.
- Gute Wohnlagen sind bei den meisten Immobilienerwerbern sehr beliebt und haben damit auch ihren Preis. Wirklich günstige Angebote gibt es hier nur selten.
- Sehr gute Wohnlage sind für die meisten Immobilienerwerber schon nicht mehr zu bezahlen. Hier wohnt die Oberschicht. Sie zeichnen sich meist durch ein gehobenes Wohnumfeld aus.
- Prestigelagen finden sich meist nur in den großen Metropolen, hier wohnen die Prominenz und der Geldadel. Für den normalen Immobilienerwerber sind sie jenseits von Gut und Böse.
Wer eine Immobilie nach seinem Geschmack besitzen möchte, kommt meist um einen Neubau nicht herum. In ländlichen Raum gibt es noch genügend Bauplätze, in stadtnahen Gebieten sind diese meist auch noch ausreichend vorhanden, mit Ausnahme der großen Metropolregionen Deutschlands. Ein Problem könnte hier aber die Werthaltigkeit der Immobilie darstellen. Da inzwischen wieder die Tendenz besteht, zurück in die Städte zu ziehen, kann es zukünftig schwieriger werden, den Wert der Immobilie zu erhalten. Die Gründe für die Landflucht sind vielfältig. Zum einen verteuern die höheren Treibstoffkosten den Weg zur Arbeit.
Viele Ältere zieht es aber auch deshalb zurück in die Stadt, weil sie sich wieder räumlich verkleinern und in der Nähe ihrer Kinder wohnen möchten. Auch das vielfältigere kulturelle Angebot oder die kürzere Wege zu Geschäften und Ärzten sprechen für ein Leben in der Stadt.
Erwerber und Bauherren sollten daran denken, dass die Entscheidung für eine Immobilie in einer bestimmten Lebensphase gefallen ist und sich die Situation später auch wieder ändern kann. Wurde das Haus sehr individuell gestaltet, kann ein weiteres Problem entstehen, falls das Haus später verkauft werden soll. Der neue Käufer muss den Geschmack des ehemaligen Bauherren weitestgehend teilen. Somit ist es meist schwierig, einen Abnehmer zu finden, es sei denn, das Gebäude hat eine tolle Lage. Meist sind Abstriche am Verkaufpreis hinzunehmen.