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Kaufen oder Bauen? Die Grundsatzentscheidung - Teil 2
Von Eike Schulze
Die Bestandsimmobilie
Wer einer gebrauchte Immobilie kauft weiß, dass er Kompromisse eingehen muss. Allerdings genießt der Käufer gegenüber dem Bauherrn auch einige Vorteile. Er kann ein Objekt kaufen, das unter Lagegesichtspunkt meist deutlich weniger Zugeständnisse erfordert als es bei einem Neubau der Fall wäre. Außerdem sind Bestandimmobilien bereits mit dem Wohnumfeld verwachsen. Das heißt, schon nach relativ kurzen Wegen können die wichtigsten Dinge des alltäglichen Lebens wie Einkäufe, Arztbesuche oder Essengehen erledigt sein.
Der Käufer hat zudem die Möglichkeit, die Immobilie zu besichtigen, er erwirbt also nicht die Katze im Sack. Das birgt jedoch gleichzeitig Chancen und Risiken. Zwar ist die Besichtigung möglich, aber gerade ältere Häuser weisen häufig Schwachstellen auf. Deshalb sollte das Objekt einer intensiven Kontrolle unterzogen werden.
Hauptschwachpunkt ist meist die Gebäudetechnik – hier schlummern manchmal erhebliche Kostenrisiken. Daher ist es für den Kaufinteressenten ratsam, sich von einem Fachmann begleiten lassen, selbst wenn dies Kosten verursacht. Stehen einige Mängel fest, so kann er entweder noch einmal über den Kaufpreis verhandeln oder vom Kauf zurücktreten.
Doch nicht nur das Haus an sich sollte genau unter die Lupe genommen werden, sondern auch die Umgebung. Wer sich in der Gegend nicht auskennt, hat so die Möglichkeit, Lärmquellen wie Eisenbahnen oder Geruchsquellen wie Brauereien aufzuspüren. Gerade Eisenbahnstrecken können tückisch sein, wenn tagsüber wenig, nachts aber intensiver Verkehr herrscht. Um ganz sicher zu gehen, sollte der potentielle Käufer mit dem Verkäufer eine Übernachtung vereinbaren und kann so relativ schnell feststellen, ob er sich in dem Gebäude wohlfühlt.
Der Neubau
Der Bau eines Hauses ist etwas für Pioniere. Der Bauherr kann maßgeblichen Einfluss auf die Bauausführung und die Ausstattung nehmen. Zudem ist das Gebäude auf dem neuesten Stand der Technik, und in den nächsten Jahre sind keine größeren Investitionen nötig. Deshalb sind Neubauten meist auch teuerer als Altbauten. Der geringere Energieverbrauch kann jedoch den Mehrpreis in einigen Jahren wieder ausgleichen.
Wird das Haus in einem Neubaugebiet errichtet, so ist die Sozialstruktur meist homogen, sie besteht häufig aus jüngeren Paaren mit Kindern. Das ist vor allem für Familien vorteilhaft. Außerdem: Auf den Charakter der Siedlung hat der Häuslebauer noch größeren Einfluss. Dies ist bei Altbauten kaum noch möglich, und der Eigentümer muss sich darüber hinaus in die Sozialstruktur integrieren, was beispielsweise für Familien mit Kindern in einem Rentnergebiet oft nicht einfach ist.
Beim Neubau hat der Bauherr die Wahl:
- Fertighäuser: Sie werden meist teilbezugsfertig übergeben, hier muss beispielsweise nur noch Teppichböden verlegt oder tapeziert werden.
- Selbstbau- oder Ausbauhäuser: Der muss der Bauherr noch selbst mit anpacken, um das Haus in einen wohnlichen Zustand zu bringen. Das erfordert handwerkliches Geschick. Selbstbau- und Ausbauhäuser stellen die günstigste Form des Bauens dar.
- Stein-auf-Stein- oder Massivhäuser: Diese werden meist komplett bezugsfertig übergeben, die Grundstücke sind separat vom Haus zu kaufen.
- Niedrigenergie- oder Passivhäuser: Meist sind sie relativ teuer, werden dafür aber staatlich gefördert und sind gering im Energieverbrauch. Auch diese Häuser stehen bezugsfertig zur Verfügung.
Anhand der nachfolgenden Tabelle können Sie Ihre persönliche Gewichtung bestimmen. Dies ist vor allem für diejenigen gedacht, die noch unschlüssig sind, was für eine Immobilie sie sich zulegen möchten:
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