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Immobilien als Geldanlage
Von Eike Schulze
Viele Menschen denken gerade in wirtschaftlich unruhigen Zeiten über ihre Altersvorsorge nach. Sie suchen nach sicheren Anlageformen, die für die Rentenzeit eine gute Basis darstellen. Eine Möglichkeit dies in die Tat umzusetzen sind eigenen vier Wände. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch etwas Schatten.
Der Bedarf an Wohnraum wächst – dies ergab eine Studie des Eduard-Pestel-Instituts, Hannover. Bis zum Jahr 2025 werden in Deutschland rund 400.000 Wohnungen fehlen. Zurzeit wird jährlich nur die Hälfte des eigentlich Notwendigen gebaut. Aufgrund dieser zukünftigen Wohnraumknappheit ist zu erwarten, dass Wohnimmobilien in den nächsten Jahren in ihrem Wert steigen werden, und somit eine sichere Geldanlage darstellen.
Doch gilt dies nicht für alle Regionen. Der Wermutstropfen: Insbesondere weite Teile Ostdeutschlands mit Ausnahme der großen Städte, Nordostbayerns und kleinere Gebiete in Niedersachsen oder Hessen sind benachteiligt, hier wird es auch in absehbarer Zeit noch genug Immobilien geben, und dürften damit Wertsteigerungen ausbleiben.
In Städten wie Hamburg, München, aber auch in Hannover oder Stuttgart mit den angrenzenden Regionen gibt es hingegen bereits jetzt schon zu wenig guten Wohnraum.
Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Gründe: Einerseits beansprucht jeder Einzelne eine immer größere Wohnfläche, während andererseits Häuser abgerissen werden, die nicht mehr marktgängig sind, und dies nicht nur in Ostdeutschland.
Dennoch spiegeln sich die Prognosen noch nicht in den Preisen wider. So weist der Kaufpreis Index (2005-2009) von Hypoport, einem Baufinanzierungsdienstleister, aus, dass die Preise – auch aufgrund der Lohnentwicklung – für Neubauten weitersteigen. Für Eigentumswohnungen bleiben sie stabil, der Wert von gebrauchte Immobilien sinkt hingegen. Dies Ursache dafür liegt in der derzeitigen Wirtschaftskrise begründet, die eine Verunsicherung bei Verbrauchern bewirkt und außerdem dazu geführt hat, dass größere Investoren sich beim Erwerb neuer Objekte eine Weile zurückgehalten haben.
Was bedeutet das für potenzielle Bauherren und Käufer?
Die Einstiegspreise bei gebrauchten Wohnungen und Häusern sind derzeit meist günstig. Am Aktienmarkt ließe sich die Situation wie folgt beschreiben: Die Kaufsignale stehen auf Grün! Preise für gebrauchte Immobilien sind im Moment sehr attraktiv, häufig bewegt sich der Finanzierungsaufwand bei den Kosten, im Rahmen dessen, der für eine Mietwohnung aufgewendet werden muss.
Und: Dies wissen auch größere Investoren und Vermieter, die ihren Bestand jetzt günstig aufstocken können. Deshalb dürften sich die Kaufpreise aufgrund der Wohnungsknappheit bald auch wieder stabilisieren und anziehen. Für Verbraucher, die sowieso bald eigene vier Wände erwerben wollen, heißt dies, die Gunst der Stunde zu nutzen. Gefragt sind in jedem Fall schon Häuser und Wohnungen in größeren Städten und Metropolen, hier ist es schwierig, eine gute und erschwingliche Immobilie zu kaufen.
Dennoch hängt die zukünftige Wertsicherheit von Immobilien sehr stark von örtlichen Faktoren ab. Käufer, die eine selbst genutzte Wohnung oder ein eigenes Haus auch als Geldanlage sehen, sollten bei der Auswahl verschiedene Faktoren im Blick haben, die sich positiv oder negativ auf den Wert auswirken.
Generelle Faktoren
- die Lage
- soziale Struktur im Umfeld
- Verkehrsanbindung
- Nähe zu Freizeitmöglichkeiten
- Entwicklungspotenzial
Faktoren der Immobilie
- Zustand des Gebäudes
- Modernisierungsaufwand
- Wohnungsgröße/ -zuschnitt
- Ausstattung
- Energieverbrauchsstandards (EnEV 2007/2009)
- Ist ein seniorengerechter Umbau möglich?
- Ist das Haus noch ausbaufähig?
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