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                  Eigenleistung (Muskelhypothek) sinnvoll einsetzen

                  Von Eike Schulze

                  Wer Geld sparen möchte bei Hausbau, Renovierung oder Modernisierung, wird häufig auch seine eigene Arbeitskraft mit einbringen wollen. Das wird von Banken sogar gerne gesehen, da Eigenleistungen (auch Muskelhypotheken genannt) die Eigenkapitalquote erhöhen.

                  Der Maßstab sind hierbei die eingesparten Arbeitskosten, die durch Handwerker entstehen würden. Wichtig ist daher, dass der Bauherr über eine entsprechende Vorerfahrung als Handwerker beziehungsweise als guter Hobbyhandwerker verfügt oder aber geeignete Bauhelfer findet. Nach einer Befragung des Forsa Instituts würden immerhin 90 Prozent potenzieller Bauherren beim Hausbau selbst mit anpacken.

                  Fähigkeiten richtig einschätzen

                  Die Muskelhypothek macht nur Sinn, wenn die zu erledigenden Arbeiten auch den Erfahrungen der Bauhelfer oder der Baufamilie entsprechen.

                  So kann es fatal sein, die Gewerke am Bau ausführen zu wollen, denen das größte Einsparungspotenzial innewohnt. Erstens besteht die Gefahr, dass der Bauherr später mit hobbyhandwerklichen Provisorien leben muss.

                  Zweitens kann sich, selbst wenn die nötigen Fähigkeiten vorhanden sind, der kalkulierte Zeitrahmen als falsch erweisen, was zu Bauverzögerungen führt. Dies verursacht dann auch schnell weitere Ausgaben, beispielsweise in Form von Mietzahlungen für die alte Wohnung über eine längere Dauer oder höhere Finanzierungskosten.

                  Nicht selten kommt dann noch dazu, dass Profihandwerker eingreifen müssen, was weitere Zahlungen verursacht, die meist nicht im Finanzierungsplan berücksichtigt sind. Hobbyhandwerker sollten deshalb auch nur die Arbeiten übernehmen, die sie gut und schnell ausführen können.

                  So lassen sich schon einige Tausend Euro mit einfachen Tätigkeiten einsparen, welche die meisten Bauherren beherrschen. Hierzu zählen das Fliesen- und Teppichbodenlegen, Tapezieren, die Gestaltung der Außenanlagen, eventuell auch Estricharbeiten und das Anlegen der Terrasse. Komplexere Aufgaben sollten dann lieber Profihandwerkern überlassen werden. Dazu zählen insbesondere das Ausheben der Baugrube, alle Maurerarbeiten, der Dachstuhl, Wandverkleidungen, Trockenbau, die gesamte Haustechnik und Sanitärarbeiten.

                  Bauhelfer als Handwerkerersatz

                  Eine Möglichkeit günstig ein Haus zu erbauen besteht auch darin, geeignete Bauhelfer einzusetzen – beispielsweise aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis. Gerade auch in ländlichen Gebieten ist die bauliche Selbsthilfe verbreitet. Hierbei wird der Bauherr von Bauhelfern bei seinem Vorhaben unterstützt, mit der Verpflichtung zu gegebener Zeit den Helfern selbst zur Hand zu gehen.

                  Häufig geschieht dies auch im Rahmen einer baufachlichen Betreuung durch einen Experten. Natürlich können auch Baubetreuer separat für den Hausbau in Eigenleistung beauftragt werden. Dies ist gerade für Häuslebauer, die ihre eigenen vier Wände zum Großteil in Eigenleistung bauen oder renovieren wollen der richtige Schritt, um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein.

                  Bauhelfer müssen versichert sein

                  Ganz ohne Kosten sind Bauhelfer nicht zu haben, selbst wenn keine Bezahlung oder Fahrtkosten anfallen. Der Bauherr ist verpflichtet, seine Bauhelfer der Bau-Berufsgenossenschaft zu melden. Über diesen Weg werden die Helfer über die Unfallversicherung der Genossenschaft abgesichert. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Bauherr ein Entgelt gewährt oder ob Profihandwerker in ihrer Freizeit mit anpacken – eine Versicherungspflicht besteht in jedem Fall. Der Versicherungsschutz gilt dann sowohl auf der Baustelle als auch bei Fahrten dorthin.

                  Die Meldung über die Anzahl der Bauhelfer muss spätestens eine Woche vor Beginn der Arbeiten erfolgen, ansonsten droht ein Bußgeld. Die Versicherung ist relativ günstig und auch sinnvoll für die eingesetzten Bauhelfer. Wichtig: Der Bauherr muss die entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften einhalten. Er selbst kann sich allerdings nicht über die Bauhelfer-Unfallversicherung absichern, dies ist nur über eine private Unfallversicherung möglich, da der Bauherr nicht als Bauhelfer sondern als Unternehmer gilt.

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