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Bonitätsprüfung durch die Bank
Von Eike Schulze
Wer von einer Bank einen Kredit haben möchte, der wird auf seine Kreditwürdigkeit geprüft. Von dem Ergebnis dieser Prüfung hängt es ab, ob der Häuslebauer seinen Traum von den eigenen vier Wänden auch verwirklichen kann.
Die Prüfung
Derzeit locken die Hypothekenbanken mit besonders günstigen Kreditzinsen, doch diese gelten meist nur für Interessenten mit einer guten Bonität. Oft genug bekommen Kreditwillige jedoch einen Risikoaufschlag verpasst.
Auch gibt es sogenannte harte Bonitätsaussagen – wenn beispielsweise eine eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde, entscheidet sich die Bank schnell gegen die Vergabe eines Kredits.
Doch bei der überwiegenden Anzahl der Bauwilligen sind eindeutige Aussagen im Vorfeld kaum möglich.
Deshalb zieht das Institut ein Hilfsmittel, das Scoringverfahren, heran, um zu einer Entscheidung zu kommen, ob und zu welchen Konditionen es dem Kreditinteressenten eine Finanzierung anbieten möchte. Dazu werden bestimmte Kundenmerkmale erhoben und diese mit allgemeinen Erfahrungen verglichen.
Die aufgeführten Merkmale sind Anhaltspunkte. Jede Bank verwendet ihr eigenes Verfahren. Diese werden auch ganz bewusst nicht nach außen dargestellt, da sich sonst die Kreditnehmer gezielt darauf einstellen könnten.
Und: Heute haben Sicherheiten nicht mehr ganz die Bedeutung wie früher. War es noch bis vor einigen Jahren so, dass Banken über gewisse kritische Faktoren hinwegsahen, wenn nur ausreichend Sicherheiten vorhanden waren, so ist dies spätestens seit der Einführung der Basel II-Kriterien hinfällig. So dürfen Kreditinstitute keine Darlehen mehr auf Gutdünken herausgeben.
Die Schufa
Bevor Banken angesichts einer Kreditanfrage eine Entscheidung fällen, holen sie auch die Daten der Schufa, bei Selbstständigen auch noch die der Creditreform ein. Sind keine Einträge bei der Schufa vorhanden, so sieht es um die Kreditwürdigkeit des Kunden gut aus. Bei Eintragungen, insbesondere was Kreditkündigungen oder Zahlungsverzüge betrifft, ist kaum an ein Hypothekendarlehen zu denken, oder nur mit hohen Risikoaufschlägen.
Außerdem setzt die Schufa selbst auch ein eigenes Scoringverfahren ein, dass sie Vertragspartnern zur Verfügung stellt. Auch hieraus können Kreditinstitute wichtige Schlüsse ziehen. Um welche Daten es sich dabei genau handelt, ist das große Geheimnis. Einige Grundaussagen lassen sich aber treffen. Je älter der Kreditwillige, desto positiver wird das Scoring.
Auch der Wohnsitz ist wichtig: Wer im Nobelviertel wohnt, wird höher angesehen als derjenige, der in einem sozialen Brennpunkt lebt. Ebenso schlagen sich auch häufige Umzüge oder Jobwechsel nieder. Und: Wer schon Kredite von Banken erhalten und diese ohne Beanstandungen bedient hat, wird natürlich positiv beurteilt.
Praxis-Tipp
In der Regel spielen also Faktoren eine Rolle, die der Kreditwillige selbst nur schwer beeinflussen kann. Mit einer Ausnahme: Häufige Anfragen von Vertragspartnern der Schufa führen zu einer Verschlechterung des Scorings. Deshalb sollten beispielsweise Baukreditnehmer nicht zu viele Kreditanfragen bei Finanzinstituten stellen.
Stattdessen sollte der Kreditwillige die Mitarbeiter der Banken bitten, die Anfrage unter dem Stichwort "Anfrage Kreditkonditionen" zu stellen. So ist sichergestellt, dass die Schufa den Vorgang NICHT als Kreditanfrage wertet. Der Kreditinteressent vermeidet damit eine Verschlechterung seiner Einstufung!