Bundesschatzbriefe: Feste Zinsen von Vater Staat
Von Hans Frießem
Bundesschatzbriefe sind Wertpapiere mit festem Zinssatz. Herausgeber ist die Bundesrepublik Deutschland, sie bürgt auch für die sichere Rückzahlung.
Bundesschatzbriefe wurden eingeführt, um die Vermögensbildung der Deutschen zu fördern. Sie können von privaten Personen und von gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Einrichtungen erworben werden – nicht aber von Unternehmen oder Fondsgesellschaften. Erhältlich sind Bundesschatzbriefe entweder direkt bei der "Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH" oder über alle Banken und Sparkassen.
Als Anleger haben Sie Sie die Wahl zwischen Bundesschatzbriefen vom Typ A oder vom Typ B. Schatzbriefe von Typ A laufen sechs Jahre, die Laufzeit von Schatzbriefen des Typs B liegt bei sieben Jahren. Die Verzinsung aller Bundesschatzbriefe steigt jährlich in kleinen Schritten. Die Verzinsung neu herausgegebener Bundesschatzbriefe wird regelmäßig an das allgemeine Zinsniveau angepasst.
Die Zinsen vom Typ A werden Ihnen am Ende jeden Laufzeitjahres ausgezahlt, am Ende der sechsjährigen Laufzeit erhalten Sie genau den angelegten Betrag zurück. Beim Typ B werden die Zinsen dagegen angesammelt und zusammen mit dem ursprünglichen Anlagebetrag am Ende der siebenjährigen Laufzeit ausgeschüttet. Wenn Sie Ihre Zinserträge in die Zukunft verschieben wollen, entscheiden Sie sich also besser für Bundesschatzbriefe vom Typ B.
| Typ | A | B |
|---|---|---|
| Ausgabe | 2011/25 | 2011/26 |
| Zinslauf ab | 01.12.2011 | 01.12.2011 |
| Fälligkeit | 01.12.2017 | 01.12.2018 |
| WKN | 111902 | 111903 |
| Laufzeitjahr | Rendite | Rendite |
| 1. (12/2011- 11/2012) | 0,25% | 0,25% |
| 2. (12/2012- 11/2013) | 0,25% | 0,25% |
| 3. (12/2013- 11/2014) | 0,33% | 0,33% |
| 4. (12/2014- 11/2015) | 0,62% | 0,62% |
| 5. (12/2015- 11/2016) | 0,89% | 0,90% |
| 6. (12/2016- 11/2017) | 1,23% | 1,24% |
| 7. (12/2017- 11/2018) | -- | 1,49% |
Wenn Sie Bundesschatzbriefe kaufen, müssen Sie mindestens 50 Euro anlegen. Nach oben hin ist Ihr Anlagebetrag nicht begrenzt – Sie können soviel Geld investieren, wie sie wollen. Die Stückelung liegt bei 0,01 Euro. Der Anlagebetrag muss daher kein glattes Vielfaches von 50 Euro sein, auch "krumme" Anlagesummen sind möglich.
Praxis-Tipp
Kaufen Sie Ihre Bundesschatzbriefe direkt online bei der Deutschen Finanzagentur und lassen Sie sie während der Laufzeit dort verwahren. Die Finanzagentur berechnet Ihnen dafür keine Gebühren. Wenn Sie Bundesschatzbriefe über Ihre Hausbank erwerben, werden häufig zusätzliche Ankaufs-, Verkaufs- oder Depotkosten fällig – dadurch verringert sich Ihre Rendite unnötig.
Vorzeitige Rückgabe von bis zu 5.000 Euro im Monat ist möglich
Der steigende Zinssatz soll Ihnen als Anleger den Anreiz bieten, Ihre Bundesschatzbriefe tatsächlich bis zum Ende der Laufzeit zu halten – die volle Rendite erzielen sie nur, wenn Sie diese nicht vorzeitig aufgeben. Nach Ablauf des ersten Haltejahres können Sie aber bis zu 5.000 Euro pro Monat zum Nennwert zurückgeben, die Zinsen bekommen Sie dann anteilig. Bundesschatzbriefe werden nicht wie andere festverzinsliche Wertpapiere an der Börse gehandelt, sie unterliegen deshalb nicht dem Risiko von Kursschwankungen bei vorzeitiger Rückgabe.
Auch für Bundesschatzbriefe gilt die neue Abgeltungssteuer
Als Inhaber von Bundesschatzbriefen versteuern Sie Zinserträge, die den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (Verheiratete: 1.602 Euro) überschreiten, mit der neuen Abgeltungssteuer: Wie jeder Anbieter von Geldanlagen behält die Deutsche Finanzagentur beziehungsweise Ihre Depotbank dann einen festen Steuersatz von 25 Prozent Ihrer Zinserträge plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein (maximal 28 Prozent). Falls Ihr persönlicher Steuersatz geringer ist als die einbehaltene Abgeltungssteuer von 25 Prozent, können Sie sich die Differenz mit der Einkommenssteuererklärung zurückholen.
Kontakt
Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland
Kostenfreie (im Inland) Servicehotline : 0800 / 2225510
Mo – Do 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Fr 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr
www.bundeswertpapiere.de
Kommentare zu Bundesschatzbriefe: Feste Zinsen von Vater Staat
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